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Gewitter-Kiten am Neusiedler See

Mittags fahren wir zum Neusiedler See. Vom dritten Bezirk dauert das gerade mal 45 Minuten. Die Österreichischen Ferien haben genau heute begonnen. Die Autobahn ist voll. Massig Windräder drehen sich im starken Wind. Der erste Blick auf den Neusiedler See lässt mich jubeln: Da sind bestimmt 100 Kiter draußen. Mein erster Ritt binnen zwei Monaten, höchste Zeit.

Der Neusiedler See ist riesig. Aber es gibt nur einen einzigen kleinen legalen Startplatz zum Kiten. Für den nehmen die netten Podersdorfer satte 5,50 € Eintritt. Nicht nur für Kiter, sondern auch für Sabine, die als Zuschauer mitgekommen ist. Der Platz ist gut 30m breit und ca 200m Lang. Auf der Wiese liegen mehr als 100 Kites. Auf dem Wasser sind nochmal genauso viele.

Erst mal kommt wieder der übliche Effekt, wenn ich vollkommen Kite-ausgedörrt an einem Spot ankomme: Der Wind hört schlagartig auf. Ich könnt schreien. Wir machen Picknick. Die Sonne knallt. Gestern waren hier 25-40 Knoten. Heute sollten es 16 sein. Übrig davon sind vielleicht fünf.

Der Restwind kommt aus Westen. Genau dort baut sich eine mächtige Gewitterzelle auf. Wir sehen in der Ferne starken Regen. Der Wind frischt wieder auf. Ich richte sofort meinen Vegas her, rein in den Neo und raus aufs Wasser.

Die Kite-Dichte ist extrem. Ich war schon oft in Situationen, in denen mir ein Kiter zu nahe kam. Nie ein Problem. Heute ist das anders. Die Kites kommen aus allen Richtungen, Luv, Lee, Links, Rechts: fünf Meter Abstand ist schon viel. Da hilft nur eines: mit der gleichen Geschwindigkeit weiterfahren und den Kite nicht verreißen.

Nach einiger Zeit bin ich aus dem gröbsten Knäul raus und kann Gas geben. Der Wind frischt auf bis zu 20 Knoten auf. Und das Wasser bleibt immer glatt. Perfekt. Bisschen hüpfen, giftig kehren und dabei immer die riesige Gewitterzelle und netten Blitze im Auge behalten. Sie zieht knapp nördlich am Neusiedler See vorbei. Nach ca. 45 Minuten fallen praktisch alle Kites aus dem Himmel. Ich komm grade noch an Land. Kurzes Glück, aber großer Spaß.

Wir fahren weiter zu einem Burgenländischen Heurigen in urigen Weinkellern, machen Brotzeit und shoppen Wein. Der Sonnenuntergang lässt die barocken Kirchtürme bei Eisenstadt schwul-rosa glühen und berichtet von einem guten Tag.



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