Flexeiras, Guajirú & Mundau

0711
2013
Do
21:20
Tag
2344
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Der nächste Stop ist das fast vollkommen leere Flexeiras. Es ist kurz vor Hauptsaison, und nirgends ist was los. Wir checken in einer günstigen Pousada direkt am Strand ein und machen uns gleich auf den Weg ins ein paar Kilometer östlich gelegene Guajiru. Der Wind bläst hier deutlich stärker als im leicht verschatteten Flexeiras. Auf dem Wasser vor einer der wie immer hoffnungslos überteuerten Kite-Unterkünfte tobt ein Dutzend Rider mit 7 bis 9 m².

Da der Strand breit und das Meer recht leer sind stufen wir die Gefahr runter und hängen uns an 12 und 13m² – wieder mal. Bei Böen deutlich über 22 Knoten ist das grenzwertig, aber die Hangtime dafür gewaltig. Wir schleudern uns über zahlreiche 1,5 m hohe Wellen ins Lee und vergeigen noch mehr Big Airs Richtung Ufer. Die Aussicht aus 7 m Höhe scheint endlos.

Den zweiten Tag widmen wir dem nahen Mundau. Über die Mündung des Flusses fahren kleine Fähren mit Buggies auf dem Weg ins nur noch 120 km entfernte Jericoacoara. Der Wind bockt massig böse mit 12 bis 27 Knoten über Dorf und Dünen an unseren Spot. Ian geht raus und fängt umgehend mit dem Springen an. Beim vierten Sprung reisst eine seiner Steuerleinen-Bridles. Mit Müh und Not dragged er ans Ufer, während die Starke Strömung sein Board mit sich nimmt. Gegen die Dorfjugend gewinnt er das Wettschwimmen um selbiges.

Mir ist der Wind nicht geheuer. Viele Mitkiter beschwerten sich über bockigen Wind, ohne dass ich binnen sechs Wochen in Brasilien auch nur ein einziges Mal voll zugestimmt hätte. Heute und hier in Mundau stimme ich voll zu. Der Wind ist sehr gefährlich. Mein sonst so stabiler Crossbow schmiert mir einige Male beim Überschiessen beinahe ab. Ich flüchte den Fluss einen halben Kilometer nach oben und kreuze wieder auf für ein paar halbherzige Sprünge vor dem Dorf. Dann schleiche ich mich in einen fruchtlosen Arbeits-Nachmittag durch den komplett leeren Lieblingsspot von Mr. Core Embuca.

Es sieht so aus, als gäbe es auf 2000 km Küstenlinie in Brasilien gerade mal fünf Spots, an denen ab und zu mal mehr als 10 Kiter auf dem Wasser tummelten. An allen anderen Spots ist man einfach nur am Arsch der Welt. Der Arsch scheint eine Brasilianische Erfindung zu sein.

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