Das Baumhaus am Magdiwan Beach

3001
2012
Mo
14:02
Tag
1697
2850 views

Aus Schlechtem wächst immer Gutes. Erstens bissige Texte über blöde Menschen, direkt darauf dann etwas Gutes. Zuerst zweifle ich an dieser Regel. Das Bike von Soder-Schedl musste ich gestern reparieren lassen. Aber: eine Australische Filippina bekam beim Vermieter mein Klagen mit. Sie bietet mir das Baumhaus ihrer Sommerresidenz an, direkt am Strand von Magdiwan.

Ihre Angestellten sind nett bis zum Umfallen. Das Baumhaus ist ein Traum und kostet fast nix. Die Dusche ist im Freien am nach Norden ausgerichteten Strand. Da ich noch am Morgen auf der Rückreise vom Sa Agoho in heftigen Regengüsse einige Flüsse duchqueren bzw. entlangfahren musste, ist klar was als nächstes kommt, oder? Nach Regen kommt hier immer guter Wind!

Mittags sind wir bereit. Der Windmesser zeigt 13 bis 18 Knoten ab. Ich bau den 13er auf und will starten. Selten hab ich mich so verschätzt. Ich kann ihn kaum halten. Zudem hat sich eine Waagleine so verfangenen, dass noch mehr Zug draufkommt. Es sind schon einige Filippinos am Strand, aber meine Panik scheinen sie nicht so ganz ernst zu nehmen. Keiner geht zehn Meter ins Wasser um den notgelandeten Kite zu greifen. Erst nach einiger Zeit schaffe ich es, ihn bis zum Ufer zu ziehen – Helfer greifen in die Leinen. Ich sollte mehr Instruktionen ausgeben…

Der Windmesser sagt mir, dass ich anscheinend zusätzlich null auf den Wind geachtet habe. Der bockt jetzt nämlich ordentlich zwiwschen 18 und 25 Knoten umher. Ich quatsche mit Fischern. Sie erklären die Form der Wolken und den daraus resultierenden Wind. Ich lache mit Kindern, rauche mit Arbeitern. Dann baue ich auch noch den Neuner auf und gehe mit Hilfe des einzig wirklich gut Englisch sprechenden und jetzt sauber eingewiesenen Filippinos raus.

Das Panorama ist unbeschreiblich. Nur fünf Kilometer hinter den Palmen am Strand erhebt sich der 2058m hohe Mt. Guinting-Guinting. Max dürfte jetzt irgendwo in der Nähe vom Gipfel sein. Dieser ist von Wolken gekrönt. Auf den ganzen Bildern vom Kiten sieht man das leider nicht. Das Panorama war nur für mich. Der Wind hält knapp eine Stunde, dann gehe ich wieder an Land.

Dort ist mittlerweile eine Art Volksfest ausgebrochen. Eine halbe Schulklasse umringt meinen großen Kite. Fischer haben sich versammelt und inspizieren die Leinen. Mein Starthelfer will wissen, wie lange ich nach Romblon brauchen würde mit dem Kite. Dann will er alles erklärt bekommen. Zuletzt sagt er: „Hier ist noch nie jemand gekitet.“

Wir Kiter sind eitel. Das muss man uns vergeben. Hey, wir fliegen mit bunten Fetzen durch die Luft, also sind wir praktisch Superhelden. Jeder will der erste sein, der die Welt rettet. Und ein jungfräulicher Beach ist unser „Into the Wild“. Wenn dann noch eine große Gruppe wildfremder Menschen jeden kleinen Hupfer mit Jubelschreiben kommentiert: feinerle!

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3 Kommentare

  • Flo schreibt am Montag, 30.1.2012 um 14:33 Uhr:

    Ja das sieht ja mal wieder traumhaft aus! =)

  • aaa schreibt am Dienstag, 31.1.2012 um 22:04 Uhr:

    hey frank! ich vertrau jetzt einfach mal ganz fest darauf, dass dein sprichwort „aus schlechtem wächst was gutes“ genauso stimmt wie dein tipp am ende des letzten jahres! wäre langsam wirklich zeit dafür! lg aaa

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