Condor nach Cabarete

1610
2008
Do
14:15
Tag
496
2867 views

Endlich weg aus dem Deutschen Herbst! Mit der Bahn geht’s nach einer fast schlaflosen Nacht nach Frankfurt. Die Bahn ist pünktlich, der Flieger nicht. Am Flughafen wuseln ganz viele meiner Lieblings-Menschen umher: Deutsche Urlauber. Sie erwarten nur das Beste, wissen viel, sehen wenig, beschweren sich gerne und halten das erlebte prinzipiell nie für das Gelbe vom Ei.

Es geht vor durch die ganzen Checks (Wie lange dauert’s denn noch?), ab zum Gate, wieder raus (Warum müssen wir so lange stehen?), wieder rein (Könn Sie misch die Ticket geben?) und endlich in den Condor nach Cabarete. Meine Knie stoßen zum ersten Mal seit 20 Flügen nicht am Vordersitz an. Nach 16h auf Reise geht die Sonnen blutrot über den Karibischen Wolken unter.

Die Kites schlafen im Gepäckraum. Sie träumen von starkem Wind und kristallblauem Wasser. Das Board schläft unruhig. Es wurde mal wieder trotz vorheriger Anmeldung am Schalter nicht allzu freundlich aufgenommen. Aber wenigstens ist es dabei. Vor einem halben Jahr brachte British Airways uns beiden beinahe einen Herzinfarkt, als sie mir süffisant vor dem letzten Flug meiner Weltreise mitteilten: „Nö, ab sofort befördern wir gar keine Boards mehr. Müssen Sie zurücklassen.“

In Cabarete regnet es. Die Straßen dampfen. Alis Kitecamp ist wie immer, nur ein paar Hütten mehr gibt’s, und wegen der einsetzenden Regenzeit grade mal fünf Gäste. Ab an den nächtlichen Strand und rein in die erste Bar. Das Bier ist kühl, die Palmen schaukeln mild und das Meer rauscht wunderschön. Mitternacht hier bedeutet sechs Uhr Morgens für uns. Das Bett verkraftet den heftigen Einschlag mit ächzen.

Cabarete hab ich das letzte mal vor ca. vier Jahren besucht. Überall wurden neue Apartment-Blöcke gebaut. Machte Angst. Jetzt stehen sie alle. Leer. Und die alten Hotels im Regen zum Verkauf. Alles ist etwas morbid – bis auf die Preise, die erfreuen sich bester Gesundheit bei Steigerungen von 50-100% binnen vier Jahren.

Sabine will Kiten lernen. Wir gehen an den Strand mit einem Trainer-Kite, sie macht die Sache gut. Nach einer halben Stunde vertreibt der Regen wieder sämtlichen Wind. Ich hoffe, dass ihre 12 Tage Aufenthalt für einen 6-Stunden Kurs reichen. Der Wind ist unzuverlässig zu dieser Jahreszeit. Der Regen tröpfelt aufs Palmendach unserer kleinen Hütte. Irgendwie fühl ich mich wie vom Regen in die 25 Grad warme Traufe.

P1010340
P1010324
P1010333


Bewerte diesen Beitrag auf blog.ff-webdesigner.de!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bisher keine Bewertungen
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.