Sa
16:32
Tag
3620

Marsa Alam

Marsa Alam begrüsst uns mit den kernigsten drei Windtagen aller meiner 15 Jahre in Ägypten. Von früh morgens bis zum späten Nachmittag bläst der Wind mit 18 bis 32 Knoten über türkisblaues Wasser. Ich bin in drei Tagen länger auf dem Wasser als in einem halben Monat in Südafrika. Wir kiten bis der Arzt kommt. In Florians Fall als erstem wortwörtlich.

Bei Ebbe – und die ist hier recht unabhängig von den Mondphasen – bleiben zwischen 50 m nur 10 cm tiefem Wasser am Strand und nochmal 150 m Sandbank vor dem Saumriff gerade mal 200 mal 400 m zum sicheren kiten. Bei 20 Fahrern ist der Spot dicht. Flo weicht bei sehr niedriger Ebbe einem Anfänger zu weit über die reichlich Stein-garnierte „Sand“bank aus und stürzt. [weiterlesen]

Fr
10:15
Tag
3542

Hermanus & Good Bye

Unser letzter Stop ist Hermanus, eineinhalb Stunden östlich von Kapstadt. Das für Whale-Watching berühmte Hermanus strotzt nur so vor guten Restaurants. Wir genießen ein letztes mal die für Veganer eingeschränkte aber fast immer exzellente und abwechslungsreiche Südafrikanische Küche. Unser Hostel Hermanus Backpackers ist das reinste Luxus-Boutique-Hotel mit Pool, Garten, Olivenbäumen und riesiger Küche / Lounge – zu Hostelpreisen.

Am zweiten Tag in Hermanus ist noch ein letztes Mal guter Wind angesagt. Der Spot auf der Lagune hinter dem recht gut Hai-besuchtem Grotto Beach funktioniert leider nur bei den recht selten vorkommenden Windrichungen Ost (bockig, über Land kommend) oder West bis Südwest (clean). Bei Hauptwindrichtung Südost geht nichts. [weiterlesen]

Di
23:12
Tag
3539

Return to Witsand

Auf der Rückreise nach Kapsztadt machen wir nochmals Stop in Witsand. Einen Tag ist der Wind offline. Eine als Bayern verkleidete deutsche Band spielt Schunkel-Hits der letzten 100 Jahre in der Breede River Lodge. Daheim wäre es grausam, hier und mit vielen Locals, die uns ständig was anderes alkoholisches zum probieren spendieren wollen mehr als lustig.

Am zweiten Tag kommt nochmal ganz wunderbar konstanter Wind mit gut 20 Knoten über den Freestylespot in der Flussmündung. Mein Rücken macht wieder mit. Die Hangtime ist gut und das Panorama vor den Sanddünen gigantisch. Mit bis zu zehn Kitern ist der Spot schon recht voll, aber alle nehmen Rücksicht – und fahren sehr gut. Ausserdem reduziert die Anzahl deine Chancen auf den Hauptgewinn im Hairoulette. [weiterlesen]

So
21:03
Tag
3537

Knysna

Wir cruisen nochmal knapp 500 km nach Knysna in den Osten. Unsere erste Tour entlang der Garden Route endete in Mosselbay. Wir dachten da würde sich nicht mehr viel ändern. Vollkommen falsch gelegen! Die noch vor drei Wochen braun verbrannte Steppe östlich Kapstadts ist nach ein paar Regenfällen jetzt wieder grün. Spätestens ab George meint man in einem komplett anderen Land anzukommen.

Alle paar Kilometer münden über große schilfbewachsene Buchten Flüsse in den indischen Ozean. Flamingos, Störche, Reiher und Kraniche stolzieren dazwischen. Die an der steilen und bis zu 1600 m hohen Küstenkordillere 15 km landeinwärts klebenden Wolken bringen regelmäßíg ergiebigen Regen. Die Wälder von dort bis zur Küste sind so grün wie Neuseeländischer Regenwald. Es wachsen Farne und sogar der neuseeländische Weihnachtsbaum mit seinen roten Blüten. [weiterlesen]

Mi
23:31
Tag
3533

Kap der guten Hoffnung & Muizenberg

Wir checken von Blouberg aus den kleinen Sandvlei See hinter Muizenberg. Laut Anwohnern darf man dort kiten, obwohl ein Teil des Sees Vogelschutzgebiet ist. Zum Aufbauen gibt es einen Park mit Gras, Einstieg geht am besten im seeseitigen Luv über einen kleinen Sandstrand. Im Lee ist der Ausstieg steil und steinig. Der Wind ist noch offline. Wir fahren weiter.

Am bunten Strand von Muizenberg toben sich dutzende Surfer in den Wellen aus. Der Boyes Drive von Muizenberg nach Fishhoek bietet Panorama ohne Ende. Da Südafrika an manchen Orten etwas zu tief in die Tasche greift, entscheiden wir uns am Eingang zum Nationalpark Kap der guten Hoffnung für die Methode „Blinder Passagier unter massig Kite-Gepäck“. Das spart elf Euro für einen schönen aber auch recht leblosen Park. [weiterlesen]

Di
18:33
Tag
3532

Langebaan zum zweiten

Durch die Rush Hour von Kapstadt hole ich unseren neuen Mietwagen am mit dem Bus gut eineinhalb Stunden entfernten Flughafen ab. Wir siedeln über ins nahe Saltycrax Hostel. Die Besitzerin hat in den letzten Jahren ein Programm für Freiwilligenhelfer in den Townships aufgebaut. Derzeit sind in Hostel und nahen Häusern satte 70 Freiwillige untergebracht.

Unser Zimmer ist zum Glück überbucht. Das gibt uns die Möglichkeit, unsere Zeit in Blouberg deutlich zu verkürzen. Die Wellen sind mir zu herb, das Wasser mit ca. 13 Grad wirklich kalt und mehr als 25 Knoten Wind brauche ich auch nicht. Blouberg ist ein weisses Luxusghetto ohne Charme. Die Volunteers träumen vom Weltfrieden, die Kiter von den Wellen und der Rest von Sicherheit. [weiterlesen]

So
22:01
Tag
3530

Blouberg & King Of The Air

Jeder Kiter weiss, daß der größte Big-Air Wettbewerb der Kiter-Welt in Kapstadt stattfindet. Was wir nicht wussten war, daß er gerade mal zwei Kilometer entfernt von unserer neuen Unterkunft am Blouberg Kite Beach stattfindet – und zwar genau an dem Tag, an dem wir umziehen.

Die Wellen am Blouberg-Strand sind an unserem Ankunftstag mit gut einem Meter noch recht gemütlich. Der Wind knattert mit gut 20 bis 25 Knoten sideon an den breiten weissen Strand mit Traumpanorama auf den Tafelberg und Kapstadt. Wir zählen über 200 Kiter auf dem Wasser. Der Strand ist zehn Kilometer lang – aber bei den Bedingungen sind mir schon die 15 Kiter auf „meinen“ 200 Metern zuviel. Nach einer knappen Stunde Angsthasen-Kiten am Neuner hab ich genug. [weiterlesen]

Mi
09:44
Tag
3519

Witsand

Südafrika ist riesig. Unser Weg führt gute fünf Stunden vorbei an Kapstadt Richtung Osten auf der Garden Route. Auch auf der Indischen Seite ist das Land sehr trocken. Es hat seit Monaten keinen Tropfen geregnet. Auf dem Sir Lowrys Pass gehen Affen dem Mundraub nach. Der Staudamm dahinter ist auf 40% Füllstand gesunken. In 80 bis 90 Tagen geht Kapstadt das Wasser aus.

Nach gut 400km durch unendliche Weiten abgeernteter Weizenfelder folgen wir dem Schild nach Witsand. Die letzten 50 km führen über eine an beiden Seiten von Straussenfarmen gesäumte Highspeed-Schotterpiste. Das kleine Dorf Witsand liegt sehr idyllisch an der Flussmündung des Breede River, einer der größten Flüsse Südafrikas. Die 300m breite Mündung zaubert hinter großen Dünen einen der schönsten Flachwasser-Kiteposts weltweit. [weiterlesen]

So
12:58
Tag
3516

Langebaan

Südafrika ist eigenartig. Nach 150km mit 3 Kurven durch eintönigste Brasilianische Pampa kommen wir in Langebaan an. Langebaan sah auf der Karte aus wie eine Großstadt, doch 90% der Häuser sind nur Ferienhäuser, und sie stehen selbst mitten in der Hochsaison alle leer – hinter dicken fiesen Zäunen auf viel zu viel leerem Platz.

So eigenartig die Umgebung ist, so wunderbar sind die Menschen. Der erste ist Däne Per. Sein Vater Poul war mit 88 der älteste Kiter der Welt. Er starb glücklich in seinem Wetsuit an einem Herzinfarkt. 150 Kiter versammelten sich in einem Kreis im spiegelglatten Dänischen Meer, wie König Arthurs Tafel in XXL. Sie verstreuten seine Asche. Plötzlich fing das tote Meer an zu leben. [weiterlesen]

Sa
13:21
Tag
3235

Kitespots Sardinien

Porto Pollo ist nur der berühmteste aber bei weitem nicht der beste Kitespot Sardiniens. Aufgrund der Düse zwischen Korsika und Sardinien bläst der Wind hier bei Mistral meist mit 5 bis 10 Knoten mehr als an der nördlichen Westküste – ist aber auch deutlich bockiger, vor allem bei Mistral mit Südeinschlag. Porto Pollo funktioniert bei allen westlichen Winden, der Hauptwindrichtung auf Sardinien.

Der Strand ist breit, grober Sand ohne Steine und andere Hindernisse – zumindest in der Nebensaison. Es gibt überhaupt keinen Stehbereich. Die Wellen sind gerade bei starkem Wind über 25 Knoten recht kabbelig, große kommen aber nicht in die Bucht rein. An manchen Tagen kommen sie wie in einer Badewanne aus allen Richtungen – vor allem nahe der Isola dei Gabbiani. [weiterlesen]

Do
23:38
Tag
3226

And I could walk 5000 years!

Der Sardische Wind zeigte vorgestern erstmals Zähne an der Westküste im UNESCO Weltkulturerbe der Jahrtausende alten Minen von Sulcis Iglesiente. Voll offshore bläst er mit 15 bis 30 Knoten bockend westlich Iglesias über die alten Silberberge und steilen Klippen mit bis zum Wasser reichenden Mienenruinen auf’s Meer hinaus. Mein Frühstücksbaguette fliegt baden.

Die Küstenstrasse nach Norden führt über atemberaubende Achterbahnen in steilen Hängen durch alte Bergarbeiterstädte wie Nébida. Die Stichstraßen in die Mienen über Buggeru sind vollkommen ungesichert und bieten daher weite Ausblicke. Auf der Autobahn bremsen die Sarden wirklich jeden Furzhuppel mit 30km/h aus – aber wenn du einen Jeep und Scheuklappen brauchst, um einen Berg raufzukommen, steht unten garantiert nichts. [weiterlesen]

Fr
16:53
Tag
3164

Kiten mit Quallen

Alle Locals und Langzeit-Kiter sagen, dass der Wind auf Sansibar seit Dezember 2015 aussergewöhnlich schlecht war. Am Ende meiner zweiten Woche mit bisher gerade mal drei guten Tagen kommt er endlich an. Sechs Tage bläst der Wind jeden Tag einige Stunden mit 14 bis 22 Knoten. Wir haben viel Spass im Flachwasser am Strand und in den bis zu zwei Meter hohen Wellen am äußeren Riff.

Die z.B. auf Kitereisen veröffentlichte Windstatistik machen falsche Hoffnung. Für Januar gibt sie fast 100% Gleitwind. Selbigen definiert sie mit 4 Beaufort = 11 bis 15 Knoten. 11 Knoten werden auch tatsächlich fast jeden Tag erreicht, für ein paar Stunden, und oft nur in Spitzen. Selten wird der Grundwind deutlich stärker. Seit Mitte Dezember 2015 gab es wenige Tage mit wenigstens 15 Knoten Grundwind. [weiterlesen]

Di
17:57
Tag
2867

Isla Holbox

Holbox ist die letzte Überraschung meiner Panamericana-Reise. In Belize meinte ein Schweizer: „Da bläst der beste Wind Mexicos!“. Recht hatte er. Jeden den Tag 16 bis 23 Knoten und schöne Wellen nebst zehn Kitebuddies auf Holbox werden mein letztes Kiter-Paradies.

Bis 2013 war Kitesurfen auf dem größtenteils unter Naturschutz stehenden Holbox komplett verboten. Heute dürfen wir kiten – gegen 10 € Windnutzungsgebühr, und nur an einem einzigen Strand eineinhalb Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Der Wind kommt fast immer aus Ost, der Kitebeach liegt dann sideoff in der Leeabdeckung der Insel. Einzige Option: jeden Tag für 14 € mit dem Kiteschul-Boot sieben Kilometer ums Insel-Eck. [weiterlesen]

Mi
09:00
Tag
2861

El Cuyo

El Cuyo liegt ganz im Norden der Halbinsel Yucatan. Open Street Maps kennt in dem kleinen verschlafenen Fischerdorf am Ende der Welt exakt einen POI: „Iglesia“. Die Pampa zwischen der letzten Stadt Tizimin und El Cuyo duchqueren angeblich auch Busse und Collectivos, dies aber so selten, dass ich für die letzten 85 km ein günstiges Taxi brauche.

Sogar in der Semana Santa ist es hier keinerlei Problem, eine Unterkunft zu finden. Nach fünf Minuten habe ich eine kleine günstige Hütte am Strand. Ich bin der einzige Gringo unter einer handvoll Mexikanischer Tagesausflügler in ganz El Cuyo. Aus den leise im Wind raschelnden Palmenblättern flüstert eine höhere Macht zu mir: „Dies sei Deine Aufgabe!“ Ich erzittere in 33° Celsius am türkisblauen Meer: „Hä?“. [weiterlesen]

Mi
04:13
Tag
2826

Ometepe

Die mitten im Lago Nicaragua gelegene Insel Ometepe ist die bisher grösste Überraschung meiner Panamerika-Kite-Reise. In Costa Rica sagte jeder, der Wind auf Ometepe wäre viel schwächer. Er ist fast genauso stark. An fünf von fünf Tagen war ich meist mit dem Neuner Kite auf dem Wasser.

Morgens bläst der Wind meist sehr laminar mit 20 bis 25 Knoten sideon von rechts. Mittags macht er gerne Siesta. Nachmittags frischt er deutlich und auf bis zu 35 recht bockige Knoten auf. Abends und nachts ballert er gewaltig. Der Strand von Santo Domingo ist der einzig kitebare auf ganz Ometepe. Hab beide Vulkane mit der Enduro auf 80 km Schotterpiste umrundet. [weiterlesen]

Mi
22:26
Tag
2819

Km 2.256: Balla balla @ Bahia Salinas

Ich öffne die Autotür einen Spalt. Der Wind reisst sie mir sofort aus der Hand. Wenn hier ein alter knochiger Baum in der Trockensteppe stirbt, dann bricht er einfach im starken Wind in sich zusammen. Unser Beach House liegt 300m vom Spot und bietet Platz für acht Leute. Als die einzigen Gäste gönnen wir uns nach drei Wochen gemeinsam reisen dekadenterweise getrennte Schlafzimmer.

Der Wind in Bahia Salinas ist das heftigste, was ich binnen 16 Jahren Kitesurfen erlebt habe. Er weht eigentlich nie mit weniger als 20 Knoten – mit Böen von oft über +50%. Bei Flut ist der Strand komplett weg, dann gibts nur einen kleinen staubigen Spot zum starten. [weiterlesen]

Do
00:58
Tag
2813

Kitesurfing @ Laguna de Arenal

Erst auf den letzten drei des 40 km langen Stausees wird der Nordostpassat um fünf bis zehn Knoten beschleunigt. Die heisse Trockensteppe von Guanacaste saugt die feuchten kühleren Luftmassen aus dem Hochland nördlich der Laguna Arenal sideshore über die Station von ticowind.com.

Der einzig mögliche Startplatz ist nur über eine 1,5 km lange unbefestigte Piste zu erreichen. Nach schweren Regenfällen ist die Befahrung ohne 4WD grenzwertig. Vor unserer Ankunft regnete es zwei Tage nonstop. [weiterlesen]

So
01:56
Tag
2802

Punta Chame

John Wayne hatte hier ums Eck mal eine Insel. Sie ist jetzt Disneyworld. Punta Chame ist anders. Am Ende einer langen Halbinsel 100 km nördlich Panama City gelegen strotzen einsam leerstehende Ferienunterkünfte reicher Panamenos dem starken Wind. Der kiffende Belgische Koch unserer Französischen Fazienda schleppt uns mit auf eine Kiter-Party am Ende der Strasse.

Der Hochglanz-Appartment-Block mit Jaccuzi steht unter der Woche leer. Der Reggae erinnert an die Rooftop-Bar auf den Kap Verden, aber das Gras riecht viel besser. Schnell erachte ich Jack Nicholson als einen möglichen Nachbarn. Das Gefühl bekämpfe ich erfolgreich mit dem auf das Spanische Wort für „Opa“ lautenden Rum. Bis mir ein mit einem Schlachtermesser in Zitronen pulender Ansbacher Perma-Reisender erzählt, ich hätte gerade Haifisch verzehrt. [weiterlesen]

Di
20:28
Tag
2685

Morning Session

Santa Maria schläft um sechs Uhr morgens. Die Nacht davor in der Reggae Rooftop Bar war mal wieder blutig. Windfinder gab 16 bis 18 Knoten für fünf bis acht Uhr. Bei bisher drei guten Kite-Tagen binnen zwei Wochen ist klar was zu tun ist: mit vier Stunden Schlaf schlendere ich sauber restalkoholisiert durch die dunklen Strassen und suche das erste wache Taxi.

Im Licht der Scheinwerfer zum Mitu Kitebeach strahlt das Salz der Salinen hell auf. Am Strand bin ich ganz allein. Die orange-schwarz gestreifte Tiger-Dogge knutscht verschlafen mit einer Glückskatze. Ein kleiner Schwarm Strandläufer spielt fangen mit den Wellen. Weisse Sanddühnen strahlen golden in der hinter Wolken über Afrika aufgehenden Sonne. Darüber schaut der Mond den Wellen zu. An manchen Tagen ist Kiten Religion. [weiterlesen]

Sa
02:31
Tag
2661

Von Mad Max & Megadownwindern

Meine drei Wochen in Kalpitiya gehen zuende. Es war eine komische Zeit. Viel ist geschehen, aber wenig passiert. Der Wind bockte zum Ende der Saison immer heftiger, völlig überballert bis absaufen im Sekundentakt war der Standard. Das Anlanden war oft schwer, viele Kites gingen innige Beziehungen mit den Bäumen im SriLankaKite ein.

Am vorletzten Tag fahren wir mit drei Booten 25 km weit in die obere Lagune von Puttalam zu Magic Island. Ich mache den ganzen Trip mit den Häuptlingen als Downwinder. Die ersten sechs Kilometer sind dank der hier engen Lagune gemütliches Flachwasser. Ab und zu säuft der Kite ab, auch Frontline-ziehen hilft nicht mehr. Auf dem Seegras im 10cm tiefen Wasser sitzen Flöhe, und die beissen wie Quallen. [weiterlesen]

Mi
16:46
Tag
2644

Kitesurfing Sri Lanka: Kalpitiya

Der Weg vom Flughafen führt 120 km nach Norden auf die Halbinsel Kalpitiya. Der Name ist schwer zu merken, aber reine Lautmalerei. Genau das schreist du auf dem Wasser, mit einem langen „jaaa“ am Ende. Die Lagune ist ca. 400 mal mal 2000 m gross. Der Wind bläst jetzt schon drei Tage nonstop mit 25+ Knoten.

Nachdem die Tamilischen Tiger hier ihren Bürgerkrieg 2009 aufgaben, setzte die Entwicklung ein – sehr langsam. Die Häuser der hier vor allem ansässigen Muslime sind mehr als bescheiden. Es gibt ein paar wenige Unterkünfte. Selbst die stechen nicht protzig heraus. Am Abend versammelt sich das Dorf um die Fischer am Strand. Die Raben schreien aus den Bäumen, danach die Muezzine in schrägem Stereo von zwei Minaretten. Sonst ist alles ruhig. [weiterlesen]

Mo
23:55
Tag
2376

Ende einer 4.000 km Kitereise

Mein viertel Jahr in Brasilien geht zu Ende. Es war die eigenartigste aller meiner Reisen. Reisen bedeutet im Gegensatz zu Urlaub: in der Fremde Heimat finden. Wenn ich reiste, dann fühlte ich mich oft und an vielen Plätzen schnell zuhause. Brasilien war anders. Ich könnte behaupten: Der Wind hat mich einfach zu schnell weitergeblasen. Aber das stimmte immer nur auf dem Wasser. An Land war ich länger an jedem Ort als auf allen anderen meiner Reisen.

Trotzdem fühlte ich mich an wenigen Orten zuhause. Vielleicht hat selbst der Ballermann oft weniger Deutsche. Vielleicht haben Kiter nicht mehr wirklich einen gemeinsamen Spirt. Vielleicht war meine Maracuja-Caipi-Liebesbeziehung zu heftig. Vielleicht war das Internet fast immer zu schlecht um zu arbeiten. Vielleicht bekam ich nach einem harten Jahr auch einfach die Augen nicht mehr weit genug auf. [weiterlesen]

So
23:40
Tag
2375

Repeat Magic @ Galinhos

Auf Reisen ist es gefährlich, an gute Orte zurückzukehren. Zauberer können Tricks wiederholen. Doch Magie ist einzigartig. Meistens läuft man daher bei zweiten Besuchen nur dem Schein vergangener Zeiten hinterher. Menschen ändern sich oder verschwinden. Die Magie von Galinhos ist stärker: die guten Menschen bleiben gut und die neuen fügen sich ein.

Auf 2.000 km entlang der Küste Brasiliens gab es keinen einzigen Galinhos vergleichbaren Kitespot. Hier verbringe ich die letzten fünf Tage meiner Reise. Diesesmal sind zehn gute Kiter da, der Wind bläst mit 25 und mehr Knoten deutlich stärker als Anfang Oktober. Die Lagune böte noch Patz für hunderte weitere. Doch die beschwerliche Anreise hält den Massentourismus weiterhin erfolgreich ab. [weiterlesen]

Mi
22:43
Tag
2371

Roadtripping Brazil

Für 2.000 km entlang der Küste Nordost-Brasiliens brauchte ich gute zwei Monate. Den Rückweg mache ich binnen nur vier Reisetagen innerhalb zwei Wochen. Nach Jeri mache ich noch fünf Tage Stop in Ilha do Guajirú. Auf dem Wasser sind nur noch maximal 40 Kiter und der Wind hackt permanent mit 25 bis 30 Knoten, Tag und Nacht. Genau mein Sweetspot.

In Cumbuco treffe ich nochmal den schüchternen Wikinger Johan und viele neue gute Leute im Rolling Stone Hostel. Den Samstag brechen wir früh ab. Am letzten Abend geht das ganze Hostel auf die Dünen zum Sonnenuntergang. Hier oben ist alles still und friedlich. Unten in Cumbuco wurden letzte Woche wieder zwei Menschen von der Polizei erschossen, diesesmal aber ohne gefesselte Hände. [weiterlesen]

Do
06:44
Tag
2358

Zugvögel

Als ich klein war hatte ich eine große Frage: Wohin fliegen die Zugvögel? Die Antworten darauf waren schnell gefunden und beinhalteten zahlreiche Länder. Ich verschlang alle Dokus über diese Ziele. Manchmal waren sogar Vögel zu sehen. Wenngleich ich damit ihren Zielen näherkam, fehlte mir trotzdem immer eines: Ihr Weg dorthin. Also fing ich an, vom Fliegen zu träumen. Noch bevor ich ein einziges Mal die Erde verliess, wusste ich, wie sie von oben aussah. Ich zog mit den Vögeln davon.

Heute bin ich einer von Ihnen. Ich träume nicht mehr vom Fliegen. Ich fliege. Früh morgens nehmen wir einen Beachbuggy zum Startpunkt einen guten Kilometer westlich Jericoacoaras. Im anfangs noch mit milden 18 Knoten sideoff blasenden Wind gehen wir mit kleine Kites auf den längsten Downwinder, den ich je geflogen bin. [weiterlesen]

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