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Wind-warten in Windward Oahu

Meine neue Bleibe liegt gerade mal 2 km neben einer großen Army Base. Die riesigen Galaxy-Transportflugzeuge kommen im Fünf-Minuten-Takt rein. Flankiert werden sie von kleinen Sicherheits-Cessnas oder Chinook-Hubschraubern. Das nenn ich Angst im eigenen Land. Kann man den Soldaten nicht übel nehmen. Wäre nicht das erste Mal hier, dass ein Präsident 2000 Soldaten für einen Kriegsgrund grillen lässt.

Trotz der Nähe zur Base ist es wunderbar ruhig hier. Im Vergleich zu Waikiki ist aber selbst ein Presslufthammer ruhig. Ich checke den Wind auf der anderen Buchtseite im Internet und ziehe nach 11 Wochen fast ohne Kitesurfen endlich zum Mekka der Kitesurfer, auf Oahu, Kailua.

Ich liege den ganzen Tag am Strand, bei 15km/h Wind. Eine Französin scheucht ihren Mann mit dem Drachen zur anscheinend korrekten Startposition. Aber bei so wenig Vermögen und Wind kann’s nur lustig werden. Was es dann auch tut.

Am Abend laufe ich gefrustet heim. Auf dem Hinweg hat mich gleich das zweite Auto mitgenommen. Auf dem Rückweg fahren 500 vorbei, und binnen 2h kein einziger Bus. Ich laufe die ganzen 5km heim, teils im dunkeln und bei Regen. Daheim weiß ich, dass auch FlipFlops Füsse blutig machen können.

Nächster Tag, kaum Wind. Es regnet immer wieder mal. Ich arbeite an einer Datenbank. Meine Vermieterin ist heute früh nach LA geflogen. Die zwei anderen Untermieter ziehen aus. Der letzte ist so gut wie Unsichtbar. Den ganzen Tag nur auf seinem Zimmer. Dafür braucht man ein Haus im Paradies. Ich bin allein in einem Luxushaus für ca. 4000$ Monatsmiete. Mein goldener Käfig braucht nicht mal Stäbe, es zieht einfach kein Wind durch. Ich schau meinen Federn beim zum Boden fallen zu.

Abends nochmal mit dem Bus rein nach Kailua. Nach nur 45 Minuten kommt glatt einer. Der Busfahrer bläfft mich an, wenn ich nicht stehe, hält er nicht. Blöder Depp, hättest ja auch pünktlich ne halbe Stunde früher kommen können! Kailua. Nirgends Schuhe für mich. Ich kauf Bier und Zigaretten, etwas Zeug zum Essen. Langweile mich bei nem miesen Mexikaner. Rückweg, wieder der selbe Depp im Bus. Während er mir sagt, dass mein Ticket von vorhin auch für den Rückweg gilt, stopft er nochmal meine nicht akzeptierten Dollarnoten rein. “Ay, still got it? Well then it’s for the tires.”

Ich häng mich in die Matte dieses Schlosses. Mein Bier hört sich an wie vollsynthetisches Hochleistungsöl: HG800 (High Gravity, 8%). Na denn Prost.



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1 Kommentar zu “ Wind-warten in Windward Oahu ”

Wusstest Du schon, dass Dein Blog ein machtvolles Instrument ist? Möge die Macht immer mit Dir sein, wenns schon nicht der Wind ist :-)

Kommentar von Melly am 31.8.2007

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