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Welcome to the jungle!

Jiunta, ein Führer aus dem nahen Dorf führt uns mitten in den Urwald. Nur zwei Leute. Menschenleerer Dschungel. Es geht über Feldwege durch ein kleines Dorf bis an den Waldrand. Ich hab jegliches Leiberl vergessen, die Sonne sticht. Die Schuhe wollen mich nach dem ersten Schlammfeld ebenfalls nicht mehr begleiten, gehen sich auf der Wiese sonnen. Barfuß im Dschungel.

Der Trail geht durch Matsch, Moskito-Schlachtfelder und Bambuswälder an einem Fluss entlang bergauf. Der Manoa-Trail auf Oahu war nett, aber erst das hier ist richtig zuckerfrei. Jiunta zeigt immer neue Pflanzen, zum Fische-besoffen-machen, gegen Durchfall, zum Blutstillen und vieles mehr.

Zum nach oben und umschauen bleibt keine Zeit. Habs einige Male probiert. Resultate waren unter mangrovenartigen Luftwurzeln eingehängte Füsse, beinahe-Stürze über Felsen in den Fluss, Haut-aufreißen an Dornenranken, fußtiefes Versinken in Schlammlöchern oder einfach Downhill-rutschen über wunderbar glitschige rote Tonerde. Selbst die zahlreichen Flussdurchquerungen spülen den Dreck nur marginal aus meine Hose.

Macht das Spaß? Au ja! Sogar, wenn man als Kind im Dreck spielen durfte. Wir baden unter Wasserfällen, schwingen an Lianen, folgen Wildschweinspuren und testen die Bissfestigkeit von Waldameisen. Das alles macht soviel Spaß, dass wir um mehr Dreck bitten. Welchen wir bekommen. Der Rückweg geht querfeldein durch den Dschungel. Macheten sind nicht unbedingt nötig, aber wären manchmal ein nettes Extra gewesen.

Jiunta frischt den vierstündigen Trail mit netten Stories aus seinem Dorf auf. Grundschüler, die nur mit einem Messer und zwei Hunden bewaffnet ein Wildschwein erlegen. Das dürfte dann eine andere Art von Elternstolz ergeben als „Hast du schön gemalt!“. Jiuntas Beschreibungen von Luau-Rezepten (im Erdofen gekochter Schweinebraten) sind angesichts mangelnder Kochgelegenheiten im Dschungel purer Sadismus.

Wieder im Fiji Beachhouse angekommen schau ich aus wie Schwarzenegger in der Endszene von Predator. Niemand zündete ne Atombombe, aber die hätte unseren authentischen Look auch nicht mehr weiter dramatisieren können. Ich schaff’s endlich, mein Reisebüro zu kontaktieren. Fiji wird wohl deutlich länger werden. Einige Folgeländer genauso. Danach helf ich zwei Angestellten beim aktualisieren Ihrer HP. Sie berühren mein Gesicht, was eigentlich in Fiji strikt verboten ist, aber wohl nicht bei Touris.

Das Fiji Beachhouse läuft wieder voll, viele neue Gäste kommen an, und der Besitzer mit Familie aus Australien zurück. Die letzte Nacht konnte ich kaum schlafen. Wohl sowas wie Quarter-Trip-Blues, wohin, woher, warum und so. Doch heute scheint die Sonne. Um genau zu sein blenden mich sogar einige Lichter richtig ordentlich.

Kurt und Charlotte, zwei Bayern ansässig in Napier, Neuseeland, bescheren mir die erste bayerischen Konversation seit Beginn meiner Reise, sehr erfrischend. Ich gewinne und verliere Schach gegen einen volltrunkenen Briten auf Abschied. Gegen ein Uhr Nachts versteht der letzte Tisch voller Briten ansamt Chef-Nachwuchs mal wieder null meinen Humor. Ich grins weiter über alles, was ich beobachten durfte.



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