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Raintreelodge, Wasserfälle & Suva

Der gestrige Tag war bis zum Abend wunderschön. Der Weihnachtsmann setzt mich an der Raintree Lodge oberhalb von Suva ab. Zwischen den Gebäuden sind schöne kleine Seen mit Seerosen, rundherum Regenwald. Die Vögel zwitschern in allen Lagen und aus allen Richtungen.

Trotzdem: Raintree Lodge ist Mist. Betten modrig, Räume eng. Essen teuer und schlecht. Versiffte Bäder, WCs, grüner Pool. Alles verlassen, Personal unmotiviert. Jedes kleine Extra kostet massig. Der absolute Abschuss war eine ethno-techno-untermalte “einheimische” Tanzperformance, an Traurigkeit kaum zu überbieten.

Am Morgen ziehe ich ohne Frühstück los in den Colo-i-Suva Wald. Ein Wasserfall-Wunderland, dutzende von Pools und Fällen reihen sich im Urwald aneinander. Der Pfad ist für Fiji-Verhältnisse fast schon als rollstuhltauglich zu bezeichnen. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, Regenwald halt. Nach drei Stunden absolut allein im Urwald bin ich wieder an der Raintree Lodge. Wenn man Handtücher zum trocknen aufhängt, werden sie nur noch nasser.

Ich ziehe modrig runter nach Suva. Zwei meiner Tickets schreibt mir Quantas für wenig Geld um. Ich laufe durch Suva, zum Parlament, Präsidentenpalast (wer ist da eigentlich grad drin?). Suva ist hässlich, siffig, heiß, und so gefährlich, dass selbst die Einheimischen in der Nacht für mehr als 300m das Taxi nehmen. Sex, Drogen und kein Rock’n’Roll. Nach ca 10km finde ich im 23. Schuhgeschäft endlich ein paar Turnschuhe in Größe 47.

Wieder in der Raintree Lodge rufe ich nochmal den Weihnachtsmann an, hatte mein Handtuch im Van vergessen. Der Weihnachtsmann will essen gehen, ich folge seinem Ruf und heize mit einem Renntaxi zum Holiday Inn.

Der Weihnachtsmann ist etwas komisch heute. Jedem Hallo sagen musste er schon immer, zu Späßen ist er auch stets aufgelegt. Heute fallen Sie den Fijis gegenüber teils arrogant aus. Im tropischen Regen geht’s zu einem Chinesen im alten Rathaus. Absolute Leere. Der Weihnachtsmann wählt für uns 4 Personen den größten Tisch in der Mitte, dass Essen ist ein Schlachtfest.

Eine liebe Angestellte des Ministeriums begleitet uns. Mehr Geschichten über die aktuelle Lage in Fiji, aus erster Hand. Jeder will auswandern. Das einzige, was ein Paradies zur Hölle machen kann sind Menschen.

Um den Einfuhrzoll in Höhe von 17.000 Euro ist der Weihnachtsmann mit Hilfe des Rotary-Clubs wohl rumgekommen, was mich sehr freut. Weil zwei kleine Handkarren nicht auf der Liste standen, haben die Zöllner den ganzen Container versiegelt. Knecht Ruprecht brach unwissender weise das Siegel, was sicher noch für einige Scherereien sorgen dürfte.

Mit dem Taxi geht’s zur lokalen Radiostation, aber der Weihnachtsmann hat seinen Termin vergurkt. Weiter. Teurer Whiskey, Eis, Roadmovie durch Suvas Nacht. Ich hab keine Ahnung wohin, will’s auch nicht wissen.

Irgendwann sind wir am Haus einer patenten Dame mit pinken Haaren. Es gibt wieder Kava, noch mehr teuren Whiskey. Ich fühl mich unwohl, die Leute hatten schon geschlafen. Und ich mag nicht, wie der Weihnachtsmann sein Geld für Kava auf den Boden schmeißt. Gegen Mitternacht ziehe ich heim. Morgen wird ein anstrengender Tag.



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