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Flying high in the Fiji sky

Am Strand brennt ein großes Feuer. Wir haben einen halben Quadratkilometer Inselurwald vom Unterholz gesäubert. Einige Zaunpfähle mögen auch dabeigewesen sein. Im Feuer explodierende Kokosnüsse sind nette Späße für Existential-Pyromanen. Vom Laptop kommt „Ring of Fire“ und „Fire Water Burn“. Das Bier ist kühl und die Sterne leuchten heller als irgendwo anders auf der Welt.

Die Fähre nach Vanua Levu am Donnerstag ist auch ausgefallen. Die letzten vier Tage hier waren wunderschön. Ich gewinne immer mehr Bier beim Pokern. Nette neue Leute kommen. Ich bin Supersenior mit 16 Tagen. Reisen? Tu ich trotzdem. Im Kopf und auf dem Wasser.

Manchmal erlebt man wohl mehr, wenn man einfach mal an einem Ort bleibt. Ich hab immer noch überhaupt keine Lust, meine USA-Reisegeschwindigkeit wieder zu beleben. Wäre die Fähre nicht ausgefallen, hätte ich wohl den besten Kite-Ritt meines Lebens verpasst.

Leicht unterpowert geh ich mit einem 10er Switchblade direkt am Strand vor der Safari Lodge raus. Alles haut hin. Und was nicht hinhaut: wenigstens rein. Böen werden plattgewalzt, genau wie die 1m hohen Wellen vor dem äußeren Riff. Die Wenden werden immer giftiger und zum Teil eingesprungen. Switch-Downwinder, Chop Hops und endlich die richtigen Sprünge.

Kante bis zum Abbrechen hart am Wind. Mit der Riesen Depower des Switchblade wärs eigentlich noch nicht mal nötig, den Kite nach hinten zu fliegen. Einfach dichtholen und abheben. Die Kombination aus dichtholen und nach hinten fliegen beschert mir einige wunderschöne in Zeitlupe ablaufende Höhenflüge. Wie hoch? Mindestens ein Kilometer. Fallschirmspringen war deutlich langweiliger.

Grant, ein netter Australier, springt über ein Kajak. Natalie macht soviele Deadmans, bis die Fische anfangen an ihr zu knabbern. Formationskiten über die Bucht. Und ich flieg durch den Himmel über Fiji. Freudenschreie dringen vom Meer an den Strand.

Abend. Kein Feuer, nur Sterne. Einer blinkt so hell in rot weiß blau, dass er einen Schein aufs Wasser projeziert. Die Sternschnuppen fallen im Minutentakt. Jede zehnte zieht einen nachleuchtenden Feuerschweif hinter sich her. Irgendwann bin ich einfach wunschlos.

Am nächsten Abend erfahre ich, dass auch die morgige Fähre ausfällt. Somit Good Bye, Vanua Levu und Taveuni! Wäre gerne rübergekommen. Meine Reisen werden kleiner.

Zum Rugby-Worldcup-Viertefinale reise ich um zwei Uhr Morgens auf die andere Inselseite. Das einzige Hotel mit 24h-Generator ist leicht zu finden. Fiji verliert unverdient und knapp gegen Südafrika. Ich verliere auf dem Rückweg den rechten Pfad und irre eine Stunde „There’s a light“ flötend durch den Dschungel.



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