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Don’t push me cause I’m close to…

Ich hör Grandmaster Flash am Strand. Bin wortwörtlich ziemlich angepisst. Das Dach im Dorm leckte wieder in der Nacht. Um zwei ergießt sich wieder ein Strahl in mein Gesicht. Wieder das Bett verschieben. Wieder zwei weitere Stunden wach.

Am Morgen muss ich mich abreagieren. Schwimme mit John, einem amerikanischen Triathleten bis raus hinters äußere Riff. Vom Strand aus sah’s aus wie vielleicht 700m. Wie weit’s war, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich gut zwei Stunden später ziemlich zittrig wieder an Land krieche. Dauert ne Weile, bis das Zittern aufhört. Zwei Cola, ne Packung Schokokräcker, eine Packung Chips und ne Portion Fritten mit Wurst.

Direkt danach pfeift mich die Empfangsdame an die Rezeption. Ich hatte drei Tage gebucht. Die sind vorbei. Alle anderen Hostels in Fiji waren heilfroh, wenn ich länger blieb. Vor allem dann, wenn ich der einzige Gast war. Im Ratukini ist’s anders. Ratuini läuft gut. Ich muss mein Bett räumen und in einen anderen Dorm ziehen.

Mein neuer Platz ist in einem Dorm ohne Strom. Die Duschbaracke ist draußen, zu teilen mit ca 20 Angestellten. Hinter dem Dorm ist eine laute Baustelle. Davor ist die Bar. In der Bar läuft ständig laute Musik. Immer die gleiche CD, und ein Song schlimmer als der andere. „Fuck me biatch – lick my rims and grab my money Ami-Hiphop“ der untersten Schublade. Nur Paris Hilton nackig zu sehen ist schlimmer. Dann kommt „Do you really love me underneath at all“. Ich schnappe nach Luft.

Das Internet ist den ganzen Tag offline. Ich hab was zu tun, und kann nicht. Macht mich immer stinkig. Dann tritt noch der Manager an mich heran und weist mich bei einem vergeblichen Einwahlversuch darauf hin, dass er meinen Laptop hier nicht sehen will. Ich arbeite für euch, Schnarchnase! Soll ich meine Bytes per Brieftaube verschicken, oder isses dir recht, wenn eure Homepage-Erweiterung noch in diesem Jahr online geht? Ein paar Sätze mit dem Dive-Instruktor und Auftraggeber Andrew klären die Situation. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt.

Das Nebenhostel will auch eine Homepage von mir. Die europäischen Preise werf ich hier eh über Bord. Für eine Stunde von mir müsste ein Fijianer 10 ganze Tage arbeiten. Ein bisschen Entwicklungshilfe hat noch keinem geschadet. Ich bekomme 10 Tage Verpflegung und Unterkunft für fünf Stunden Arbeit angeboten. Großartige Zwickmühle: sobald ich aus dem Ratukini rüberwechsel darf ich garantiert das Modem hier nicht mehr nutzen. Es ist das einzige auf der Insel.

Ansonsten. Die Abendprogramme sind schön. Kinder weben den ganzen Tag Blütenkränze und machen am Abend ein Konzert. Am nächsten Abend tanzt der Schwule Koch, der mir immer extra viel Essen aufläd mit maximaler Grazie einen Hula-Tanz. Tags darauf gibt’s ein Krabben-Wettrennen. Meine Krabbe „Franziskaner“ bringt mir leider kein Freibier. Hätte sie nach nem vernünftigen Bier benennen sollen.



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2 Kommentare zu “ Don’t push me cause I’m close to… ”

halo, Frank, weiter schöne Tage auf den Inseln. Mann, was beneide ich Dich! tauchkurs ist ok. Viel Spass und gruüss mir die haie, Peter

Kommentar von Peter am 20.10.2007

Gestern schon geschrieben, aber die Funktionen auf den Inseln scheinen anders zu sein. Komme gleich rüber… diese tollen Fotos! Hat denn keiner einen Regenschirm? Würde Deinem Schlaf ganz gut tun. Ma

Kommentar von Carin am 21.10.2007

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