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Der Weihnachtsmann kommt nach Fiji

Die letzte Nacht im Fiji Beach House geht ruhig zu Ende. Das Haus ist leer, die guten Kumpanen weitergezogen. Verabschiedet wurde ich am Nachmittag von starken Winden. Passenderweise zur Ebbe, 20cm Wasser über dem Riff. Unkitebar. Mein Fluch dauert an.

Ein paar Australier fahren nach Suva. Ich klink mich ein. Hatte keine Ahnung, mit wem ich reise. Auf einmal halten wir an einer Schule an. Der Kofferraum das Vans ist voller Bälle. Kinder strömen herbei. Der Weiß-Blau-gestreifte Weihnachtsmann Peter Cole mit seinem rotgebrannten Kollegen Bubbles lassen Kinderherzen strahlen.

Peter Cole ist 24 und organisiert seit sieben Jahren gebrauchtes Sportmaterial für Fiji. Er sammelt jeweils ein Jahr in hunderten von Schulen in Australien Material ein, private Spender schließen sich an. Dann organisiert er den Transport nach Fiji in großen Schiffscontainern.

Morgen wird wieder einer ankommen. Was ich zu hören bekomme macht mich unglaublich wütend: Die Militärregierung in Fiji will einen Einfuhrzoll von umgerechnet 17000 € für altes Material, das er in ganz Fiji kostenlos an Schulen verteilt. Vielleicht kommt er mit Hilfe des lokalen Rotary Clubs um einen Großteil der Junta-Unterstützung herum. Ich werde weiter davon berichten.

Der Weihnachtsmann fährt von Schule zu Schule für strahlendes Kinderlächeln. Wir halten an insgesamt drei Schulen und mehreren Dörfern auf dem Weg nach Suva. Die Kinder springen, spielen, lachen, tanzen und singen für uns. Der Freudentränenfaktor geht ins unendliche. Auch bei mir.

Ein durchschnittlicher Bewohner in Fiji geht wöchentlich mit 40 € heim. Genauso viel, wie ein guter Rugby-Ball kostet. Niemand kann sich das leisten. Die Schulen leben von der Hand im Mund. Angesichts dessen ist es umso bemerkenswerter, dass Fiji mit 800.000 Einwohnern eine absolute Rugby-Großmacht ist.

In Suva angekommen fahren wir in die zollfrei-Zone. In der Fabrik eines Australiers wird morgen der Container ankommen. Danach wird der Weihnachtsmann drei Wochen lang durch ganz Fiji touren und das Material mit einigen Helfern verteilen. Auch hier macht die Regierung wieder Probleme. Peter könnte alles in einer Schule lagern. Wenn die Kontrolle außerhalb der zollfrei-Zone stattfindet, gäb’s garantiert mit den nächsten Containern Probleme, meint der australische Fabrikdirektor. In seinem Büro hängt ein Spruch an der Wand: „Wir machen das gleiche wie China, aber in kleineren Mengen und schneller.“

Ich geb dem Weihnachtsmann das Geld, das ich noch entbehren kann. Biete ihm an, bei Zeiten eine Homepage für ihn umsonst zu erstellen. Mache schon mal Fotos, vielleicht begreifen ja einige Leser, wieviel Glück man mit ganz wenig Geld geben kann. Ich hab’s gesehen und begriffen. Wenn er meine Hilfe braucht, bin ich dabei.



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