Schlechte Karten in Cardwell

2202
2008
Fr
20:44
Tag
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Ich fahre früh aus Airlie Beach ab. Es geht weiter auf der A1 nach Norden. Das heutige Ziel lautet Mission Beach. Auf dem Weg liegt nicht viel, aber zumindest werden nach ein paar hundert Kilometern die endlosen Zuckerrohrfelder von fast schon erfischend abwechslungsreicher Steppenlandschaft abgelöst. Ein Aussichtshügel. Oben genieße ich die Aussicht und einen dampfenden Motor.

Vorsichtig mit fahre ich mit ständigem Blick auf die Kühlwasseranzeige weiter. Nach Townsville kommt ein steiler Berg. Ich hole Schwung und cruise untertourig nach oben. Resultat ist wieder ähnlich: mein Auto, eine Dampfmaschine. Warten auf Abkühlung. Rauchen, viel zuviel. Wasser nachkippen. Touris beim vorbeifahren zuschauen. Ich hänge wieder fest.

Nach einiger Zeit wage ich es, langsam den Berg herunterzurollen. Keine Chance. Aus dem Motorraum kommt etwas das ausschaut wie die Mutter der Spezialeffekte in „Nebel des Grauens“. Aus. Stillstand. Kaputt.

Wieder: das Gute sehen. Ist meine zweiter Motorschaden binnen zwei Wochen. Wird jedes Mal einfacher. Rauchen. Warten. Aussies anhalten. Viele stoppen, wollen helfen. Telefonieren nach Abschleppdiensten. Aber die nächste Stadt ist 30km weit weg, was mindestens 150€ Abschleppkosten bedeuten würde. Tut mir leid, hab ich nicht mehr. Außerdem ist der Abschlepper nicht erreichbar. Und keiner hat ein Seil.

Der zwanzigste Aussie ist ein ganz netter Opa mit kaputtem Auto. Er hat auch ein Abschleppseil. Also zwei Seile, um genau zu sein. Beide dünn und nicht zum Abschleppen, aber zusammen 3 m lang und letztendlich doch stark genug. Er schleppt mich 30km in die nächste Stadt. Das Ortsschild soll mir ein Omen sein: Cardwell. Der Ort, an dem ich die Arschkarte zog.

Der Mechaniker sagt nicht „Tut mir leid, da kann ich nix mehr tun.“ Aber dauern tut’s trotzdem mindestens drei Tage, bis der neue Keilriemen da ist. Kruzifix! Warum tritt mir das Leben gerade so in den Hintern, und wann kommt endlich mal wieder mehr Geld rein als raus? Ich bin Pleite.

Aus diesem Grunde offeriere ich hiermit hochoffiziell allen meinen Webdesign-Kunden (und auch solche die es werden möchten) eine einmalige Sonderaktion. Statt der üblichen 49€/h offeriere ich hiermit meine Dienste einmalig, streng limitiert und zeitlich begrenzt zum Sonderpreis von 98€/h.

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Ein Kommentar

  • Tommy Krebs schreibt am Samstag, 23.2.2008 um 3:00 Uhr:

    Kannst Du ja noch froh sein, dass dir das nicht im Outback passiert ist. Irgendwie hab ichs ja geahnt. Kopf hoch!

    Gruß vom Tommy

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