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Nomads Legebatterie

Manche Hostels sind wie Legebatterien. Das Nomad Backpackers in Melbourne ist die Mutter aller Legebatterien. Hennen und Gockel, das ersehnte Endprodukt ihr Geld. Davon legen sie reichlich auf den Tresen für ihr täglich Brot: Korn, Weizen und Gerste. Eine Bar als Futtertrog, die Hennen gackern in unglaublichen Tonlagen, die Hähne krähen unwissentlich um ihr verlorenes Leben.

Ich versteh die ganze Diskussion nicht, welche Haltung denn nun die bessere sein soll: In der Käfighaltung verkümmern, oder sich gegenseitig zerfleischen in der Bodenhaltung. Ich wechsle vom Käfig auf den Boden, als ein kleiner Hilfspunk-Gockel meint: „If you ex this Jug, i’ll pay it.“. Tja, macht der Bayer, kein Problem bei den Preisen – vielleicht werde ich ja sogar zum Gockel.

Was passiert hätte ich mir denken können. Der Hilfspunker meint, da ist noch was drin (jaa – das bayerische Restschlucknorgerl) und schüttet es mir über den Kopf. Dann dackelt er ab ohne zu zahlen. Ich muss fast Lachen. Setz mich hin, schaue und schreibe.

Um mich herum grassiert der Rinderwahn unter Federvieh. Manche lassen sich rupfen. Andere reißen sich nen Kamm aus. Alle lassen ordentlich Federn. Jedes Blinde Huhn findet einen Korn. Trinken ohne Sinn und Ziel, kein Verstand, also wenigstens nichts zu verlieren. Es gibt so wenige Momente, in denen es einfach wunderschön ist, sich alt zu fühlen. Dies ist einer.

Die Treppe vollgekotzt, das Klo ein Piss-See. Lallende Zombies in den letzten Zuckungen. Nur die Stimmbänder gehen noch – die Polizei wird heute Nacht wieder drei mal kommen. Die Hennen lassen ihre Titten bis auf den Boden hängen. BHs kriegt man ab drei Promille nun mal recht schwer auf. Die Gockel fallen in jeden Ausschnitt mit Blicken die zum Kotzen sind – was dann letztendlich auch einer tut – knapp neben den Ausschnitt aber noch auf die Henne.

Ich geh ins Bett. Survival-Kit: Klopapier in den Ohren. Um eins weckt mich der erste Vollsuffkettensägenschnarcher. Um zwei fällt ein Pärchen durch die Türe. Sie rappeln sich auf und fallen ins Bett unter mir. Halleluja! Dann fängt das Bett zu wackeln an.

Eigentlich hab ich gar nix gegen Menschen die in der Öffentlichkeit vögeln. Manche wollen halt a bissl mehr zeigen, andere a bissl mehr sehen. Ich hab nur was gegen Menschen, die sich garantiert am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern können. Die so dicht sind, dass Betten nass werden. Die vergessen, dass zum Autofahren ein gewisser Reifendruck von Vorteil ist. Selbiger ist nun mal bei dem Alkoholpegel zu niedrig.

Aber sorg dich nicht, werter Gockel! Alkohol macht kreativ. Wenn der Dödel nicht mehr will, dann nimm doch einfach Chicken Wings. Das geht immer, sind Knochen drin. Die Zielfindung und Feinkoordination mag weiterhin schwer bleiben, aber hey, wo kein Wille da auch ein Weg. Doch bitte frage dich nicht am nächsten Morgen, warum deine Finger nach Scheisse riechen. Denn Irren ist Menschlich. Vor allem bei Tieren.



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