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Kata Tjuta und Uluru

Aufbruch am zweiten Tag ist noch vor 5. Wir fahren weiter zu den Olgas, oder Kata Tjuta auf Anangu. Die Kata Tjuta sind eine Formation von über 30 vom Wind rundgeschliffenen Sandsteinmonolithen und den Anangu ein heiliges Gebiet. Die Temperatur liegt wieder um die 40 Grad. Man gewöhnt sich an alles.

Wieder: tote Bäume vor roten Felsen vor blauem Himmel. Stechende Sonne, Fliegen in Tausenden. Nicht neu und trotzdem schön. Wir wandern ca. 7km um eine paar Monolithe herum, es ist unmöglich das Wasser schnell genug zu ersetzen. Zebrafinken in einem Baum. Dann geht es mit dem Bus weiter zum Abschluss der Reise: Uluru oder Ayers Rock.

Zuerst machen wir einen Stop am Cultural Center. Man soll dort etwas über die Kultur der Anangu lernen können. Allerdings nur von Weißen. Als ich gegen Ende einen Aboriginal sehen bin ich schon fast schockiert. Er scheint nüchtern zu sein. Auch die Ausstellung ist eher madig: sie bringt nichts näher, wirkt wie auf Hochglanz polierter Wüstensand.

Luke setzt uns am westlichen Parkplatz des Uluru ab, wir wandern einmal halb um Uluru herum. Ich Fliege im Sauseschritt, laufe mir auf der Flucht vor den Fliegen einen Wolf. Mein Netz ist im Bus. Tödlicher Fehler für zwei Fliegen, die ich beim Versuch mein Hirn nasal zu erreichen erlege.

Uluru ist wohl der einzige Ort auf der Welt, an dem ein Foto 5000$ kosten kann. Am Wegesrand stehen immer wieder Verbotsschilder, die auf heilige Orte der Anangu hinweisen. Betreten und Fotografieren verboten. Warum? Steht nicht dabei. Am Fusse einer Felsspalte sammelt sich etwas Wasser, 50 x 100cm. Auch davor steht ein Schild: No Swimming.

Am Sunset View Point kommen wir kurz vor Sonnenuntergang an. Luke meint, da würden noch ein paar Busse kommen. Aber in der Hochsaison wären es fünf Mal mehr. Es kommen ca. 30 Busse, mit Aufschriften wie „Discover the World in Style“. Terror-Touris hechten zu auf blauen Tischen vor Uluru angerichteten Champagnergläsern. Schießen dämlich grinsend Unmengen überflüssiger Fotos. Ich schaue mich um, finde nirgends Zuckerwatte und ein Riesenrad. Komisch.

Das Camp ist dieses mal in der Nähe des Ayers Rock Resort. Ein großer Campingplatz, schlafen wieder direkt im Staub. Gestern war einsamer, dreckiger und schöner, aber heute gibt’s zum ersten mal in zwei Tagen eine Dusche.

Am nächsten Morgen geht’s schon um 4:30h zum Sunrise Point. Der Auflauf ist noch schlimmer. Unmöglich, sowas wie Magie zu fühlen. Lärm, Gewusel, Dummheit, auf Van-Dächer kletternde Affen.

Bin ich auch ein Mensch? Bin ich Teil davon? Ja. Ich hab nichts anderes erwartet. Wollte es aber wissen. Jetzt weiss ich es, und ich mag es nicht, überhaupt nicht. Was bleibt? Tote Bäume vor roten Felsen vor blauem Himmel sind unendlich schön. Die Menschen dazwischen meist recht skurril und bäh.

Die Gruppe umrundet die zweite Hälfte des Uluru, ich schlafe im Bus. Dann geht’s 6 Stunden zurück nach Alice Springs. Eine dicke Feier. Einen Tag entspannen. Am letzten Tag stelle ich fest, dass mir binnen einem Monat die zweite Kamera verreckt ist. Das erhöht die Kosten für den 5-tägigen Trip auf knapp 800€. Tiger Airways hat nach Melbourne über eine Stunde Verspätung. Ich verpasse meinen Transferbus, die Bumsbomber zahlen für nix.



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