Blow Up vor dem Sturm

1002
2008
So
19:24
Tag
247
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Ich fahre vollkommen übernächtigt weiter. Die letzte Nacht war genauso grässlich. Ich hab noch nie jemanden verprügelt. Gestern Nacht war ich praktisch permanent kurz davor. Erlebnisse: siehe letzter Eintrag. Ich greife meine Sachen, fahre los. Nach hundert Kilometern merke ich: ay. Essen vergessen. Wohl ein Zeichen: iss weniger!

Eine weitere Sache die ich bisher nicht geschnallt hab: in Queensland laufen die Uhren anders. Eine Stunde näher an Europa, obwohl auf der gleichen Länge wie New South Wales. Deswegen komme ich in Noosa schon um 12 Uhr an. Wollte eigentlich weiter, aber habe gute Gründe hier einen mehrtägigen Stop einzulegen: Die Windvorhersage von Windguru.cz.

Für die nächsten drei Tage: Wellen 3,8 Meter, Wind um die 50km/h von Süd. Schon heute gibt’s schöne 28km/h. Das dritte Hostel hat noch ein Bett frei und bietet Internet zu halbwegs günstigen Preisen. Ich checke für zwei Tage ein und mache mich sofort auf die Suche nach den besten Kitespots.

Davon gibt’s in Noosa massig: Strände in jede Richtung. Ein Flachwasserspot im Flussdelta. Noosa selbst ist extrem Touri. Quote dürfte so 10:1 sein. Trotzdem recht überschaubar, relaxed. Viele Ristorantes, Essen aus aller Welt. Endlich mal ein Ort, an dem auch Aussies Urlaub machen, nicht nur Deutsche.

Ich fahre 15 km am etwas abgelegenen Sunshine Beach entlang. Immer wieder vereinzelte Kitesurfer draußen. Ich halte mehrfach an, suche den Spot wo sie starten. Mal bin ich davor, dann wieder dahinter. Als ich ihn letztendlich (mutmaßlicherweise) gefunden hab, hört sich auf einmal der Motor komisch an.

Ich lausche, drücke ein paar mal aufs Gas. Schaue, rieche. Nicht gut. Die Temperatur geht auf einmal schlagartig nach oben. Ich halte sofort an. Motorhaube auf. Leichter Rauch. Die links Seite des Motors ist überall voll mit Öl. Und selbiges ist leer. Unten tropft es ordentlich. Blow Up.

Ich finde in der Nachbarschaft eine kleine Party. Im nächsten Haus etwas, was sich als Abschleppseil missbrauchen lässt. Ein junger Aussie schleppt mich mit 70km/h 10km weit zurück nach Noosa. Er heizt über einige Kreisverkehre ordentlich drüber, das Seil erschlafft und kommt einmal unter den Reifen. Wirklich spannend.

Er vermittelt mir einen Freund: Mechaniker gleich ums Eck. Jetzt heißt es warten. Meine Vorahnung: gar nicht gut. Ich hatte noch keinen Kolbenfresser, aber ich glaub er dürfte sich ungefähr so anhören. Selbst wenn nicht: Dichtungsringe zwischen Getriebe und Motorblock austauschen dürfte wohl mindestens 500€ sein. Irgendjemand Erfahrungswerte zwecks Anti-Ripoff?

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2 Kommentare

  • Tommy Krebs schreibt am Dienstag, 12.2.2008 um 19:13 Uhr:

    Wie gehts weiter…wie gehts weiter? Ich kann die Spannung kaum ertragen. Hat er einen Kolbenfresser oder ist es nur die Dichtung? Wird es teuer oder billig. Fragen, Fragen, Fragen… ;-)

  • ff-webdesigner schreibt am Dienstag, 12.2.2008 um 22:46 Uhr:

    Bitte, Tommy, keine Sorge. geht immer weiter, oder? Hab Dir deine Sorgen lieber für deinen Trip nach NZ auf. Trotzdem: Dank der Anteilnahme :-)

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