Badbye Australia!

3003
2008
So
0:10
Tag
296
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Ich freu mich das erste Mal, ein Land zu verlassen. Alle Länder waren wunderschön. Sogar USA trotz Bush. Australien war von wenigen Orten abgesehen Mist. Schweineteuer, langweilig, zu groß, zu versoffen, zu touristisch und massig Regen. Plus ein verrecktes Auto, 2 Kameras, ein Laptopscharnier und DVD-Drive. Kosten für 8 Wochen: knapp 6000€.

Klar, war viel Geld einfach für Pech. Doch auch das Geld, das ich sparsam zum Reisen nutzte floss in Strömen durch meine Hände. Nur selten gab’s dafür zumindest erfüllte Minimalerwartungen. Eine aktuelle Studie gibt Sydney Platz eins vor Tokio als teuerste Stadt der Welt. Hätten sie Tourismus mit einkalkuliert wär’s wahrscheinlich die teuerste Stadt südlich vom Andromeda-Nebel.

Vergeudet war trotzdem nix. Ich habe gelernt, auf viel zu verzichten. Weit zu fahren, um wenig zu sehen. Mehr und anders zu sehen als die chronisch versoffenen Backpacker, vor allem in den Molochen der East Coast.

Ich war selten glücklich hier, ganz anders als in Neuseeland oder Fiji. Da fuhr ich einfach rum, ohne Plan und ohne Ziel. Alle fünf Minuten kam im Schädel so ein Endorphin-Rauschen auf, wie als kleines Kind auf dem Weg zum Rummel: absolute Freude auf das was gleich eintreffen wird. Und dann traf es ein.

In Australien trafen nur ganz wenige Sachen ein. Das Rot im Outback, und die heulenden Coyoten unter dem klaren Sternenhimmel. Der weisse Sand in der Jervis Bay. Konzerthimmel in Melbourne, und ein guter teurer Mensch. Drei Glückliche Tage mit gutem Wind zum Kiteboarden. Zwei schöne Sonnenuntergänge. Zwei Monate.

Die letzten Tage in Sydney. Ich laufe wieder viel. Chinatown. Über die Harbour Bridge zum Luna Park. Mit den Fähren über alle Meeresarme, dann mit der Tram ab nach Bondi Beach. Es weht kein Wind, mein Kite modert in seinem Pack. Es gibt keine großen Momente mehr. Das Gute daran? Ich lerne, mich über Kleinigkeiten zu freuen.

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2 Kommentare

  • Carin schreibt am Sonntag, 30.3.2008 um 6:20:

    Sich über Kleinigkeiten freuen zu können ist gross!

  • Kai Wiese schreibt am Sonntag, 20.4.2008 um 22:17:

    Hallo Frank, habe mir gerade Deine letzten Einträge heruntergladen u. ausgedruckt. Bin schon auf die Lektüre gespannt: im Liegestuhl bei 20°C – hier ist endlich der Frühling erwacht und der letzte Schnee schmilzt dahin. Zeit wirds. Viele Grüße aus dem Schwarzwald, Kai

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