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Alice Springs

Die letzte Nacht in Melbourne verbringe ich im Coffee House Backpackers. Ein schönes altes Haus voller erbärmlicher junger Suffkinder. Um 11 liegen alle noch im Bett. Es riecht nach Tod und Verwesung. Ich kaufe mir ein Tagesticket und ziehe noch einmal auf wenig begangenen Pfaden durch ganz Melbourne. Telstra Dome, Docklands, Shoppen, Melbourne Museum.

Die Nacht im Coffee House ist wie erwartet. Eine Sufftöle will auch nach dem zwanzigsten Anruf auf dem Handy ihres Lovers im Dorm nicht wahrhaben, dass er sie nicht will. Um drei klopft sie an die Tür. Ich stürme mit solch bösen Worten und Gesicht nach draußen, dass sie sich danach nicht mal mehr traut, durch die offene Tür zu gehen.

Morgens breche ich zu den ersten Proberunden Der Formel 1 im nahen Albert Park auf. Auf den Straßen in Melbourne geht nichts mehr. Ich komme 15 Minuten vor Schalterschluss am Flughafen an. Mein Flug mit Tiger Airways ist ein lahmer Ritt: Baracken-Gate, kein Essen, kein Trinken, keine Zeitungen, kein Film. Nix. Die 15kg Freigepäck schaffe ich nur weil ich fast alles in St.Kilda lasse. Eine Französion zahlt 130$ extra für einen Koffer.

In Alice Spings herrschen mehr als 35 Grad. Drogenhunde gehen über ausnahmslos jeden Koffer aller Einreisenden. Der Transfer zum Hostel Annies Place ist frei. Die Hitze lässt den Schädel kochen. Die Rezeptionistinnen erscheinen mir als Lesben-Pärchen. Eine Wette darauf kostet mich am Abend ein Bier. Die Chefin hat den Hut aus Neuneinhalb Wochen, das Kleid von Coyote Ugly und den Vorbau der Frau vom Michelin-Männchen. Auf dem Klo hängen C-Movie Poster aus den 50ern mit Titeln wie „Naked women amongst Cannibals“. Weird.

Ansonsten ist Annies Place ein guter Platz: Freundliche Angestellte, ein Pool in der Mitte, billige etwas siffige Dorms mit AC. Noch am Abend fahren wir mit dem Bus ein paar Kilometer weit zu einer Kolonie von Felsenkänguruhs. So ziemlich die niedlichsten Tierchen, die ich je gesehen habe. Sie fressen im Sonnenuntergang aus meiner Hand.

Wie üblich vor einem zu erwartetenden schweren Tag stürze ich mit einem netten Australier (käseweiss, weil Immobilienmakler in Russland) in der dem Hostel angeschlossenen Bar ab. Versuche mich anzupassen. Die einzigen Aboriginals die ich gesehen hab waren allesamt sturzbesoffen.



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