Mo
19:45
Tag
388

EM-Finale in Wien

Also fahr ich nach Wien. Weiterreisen. Alte und neue Freunde besuchen. Drei Kelheimer Burschen schließen sich via Mitfahrgelegenheit.de an. Senkt den Adrenalinspiegel beim Tanken. Nach vier Stunden sind wir da, der große Stau zum Endspiel bleibt aus. Zum ersten Mal freu ich mich richtig über mein Navi. Quer durch Wien zu Sabine. Drei Jahre nicht gesehen.

Es tut gut, Menschen zu treffen, die lange aus der Sicht waren. Das eigene Reisen erscheint dadurch langsamer. Meine Kamera lass ich noch auf dem Weg zum ersten Biergarten fallen. Kaputt. Heute gibt’s nur Handybilder. Weiter zum Karlsplatz, Extrem-Schrammeln, Schifferl basteln und Leibjodler anhören. Zuletzt noch ins Schickaneder. Eine Kneipe wie Faust aufs Auge. Und rauchen. Drinnen! [weiterlesen]

Do
02:55
Tag
384

Wir fahren nach Wien!

Wie waren nie Pabst. Aber wir fahren am Sonntag nach Wien zum Finale! Das Halbfinale der EM haben wir verdient gewonnen. Im Viertelfinale bekamen wir das 3:1 geschenkt, aber heute hat uns der Schiri nen Elfmeter geklaut. Verdient mit 3:2 gewonnen! Der Auto-Korso formiert sich in Regensburg, die Drinks werden gedrunken, das Gemetzel bleibt aus und wir dürfen auch weiterhin grinsend teure Gammelfleisch-Döner fressen.

Wir? Deutschland! Ich bin nicht Deutschland. Ich bin immer noch reisender. Ich betrachte die Spiele aus einem eigenartigen Winkel. Wie Rugby in Fiji. Ich hab meinen Favoriten. Aber es ist nicht “meiner”. Ich freue mich für Deutschland. Gute Freunde sagen: “Dein Land, hier!”, und ich freue mich sehr darüber. Aber es ist wie Brandung an felsige Küste. Wasser gegen Stein. [weiterlesen]

Di
22:01
Tag
382

München

München ist genau wie immer: Alle fahren wie die Deppen, das Bier ist teuer und niemand spricht Bayerisch. Ich besuche David. Wir ziehen einen Sonntag von Schweinebraten über die Isarauen und Biergarten zu Gyros. Ich war hier schon mal. Alles ist eigenartig vertraut und weit weg. Am Abend läuft ein weiteres EM-Viertelfinale. Ich verschlafe es zur Hälfte.

Geschäftstermine treiben mich bei über 30 Grad mit dem Rad durch München. Ich möchte hier nicht leben, bin froh nur zwei Tage hier zu sein. Alles löst sich etwas auf, sogar Kunden. In diesem Fall positiv, ab sofort gibt’s zwei getrennte HPs zu betreuen. Ich steh nicht still, aber bewege mich auch nicht. Schaue raus auf die Straße. Ein Sommergewitter streut seine Hagelkörner über München. [weiterlesen]

So
16:52
Tag
373

Deutschland ist eigenartig

Der Heimflug ist gut. Auf der Heckflosse prangert ein großer Aufkleber: “Wir bremsen auch für Idioten”. Im Himmel über Berlin fliegt der Pilot fast eine Stunde Warteschleifen. Bushs Airforce One hat Vorrang. Erst am späten Abend komme ich in Nürnberg an. Meine Mails sind steckengeblieben, die Eltern wissen nix von meiner Ankunft.

Ich liege im Bett zwischen 400 ausgedruckten Seiten für meine Steuererklärung. Fühl mich sofort wieder Deutsch. Genieße schnelles stabiles WiFi. Arbeite. Esse Brezen, Brotkuchen, Rote Grütze, Bierschinkensemmeln und Schnitzel. Alles sieht aus wie vor einem Jahr. Nichts hat sich geändert. “Daheim” ist wie eine ganz normale Station auf der Reise. Ich war hier schon mal, ich erinnere mich. Doch die Verbindung fehlt. [weiterlesen]

Mi
16:32
Tag
369

Der Farang ist der letzte Dreck

Kennt ihr den stehenden Begriff “Bumsbomber nach Bangkok”? Auf dem Rückflug nennt sich das Ding “Blödgevögelt nach Berlin” und spielt sich vornehmlich in der Schlange vor dem LTU-Checkin am Flughafen Bangkok ab. Ich stehe mitten drin und lausche. Die Akteure: Zwei hässliche Deutsche weit jenseits ihrer niemals erlebten besten Jahre. Um die Gefahr einer Selbstidentifikation zu vermeiden wollen wir sie schlichtweg “Eins” und “Zwei” nennen.

Eins: “Als Farang kann man in Thailand keinen Besitz erwerben. Du kannst eine Firma gründen, aber nur mit Tricks, und die gehört dir dann nicht.”
Zwei: “Hm.” [weiterlesen]

Mo
16:07
Tag
367

Nachspielzeit

Nein, das Spiel ist noch nicht vorbei. Es gibt eine Nachspielzeit. Ich fahr zum Flughafen. Arbeite noch ein paar Stunden offline. Gehe 2,5h vor Abflug zum Checkin. Freue mich darüber, dass noch die gleiche Frau am Schalter ist, die schon vorhin sagte: “Kiteboard? Kein Problem!”. Dann suche ich meinen Pass. Suche. Suche. Und suche.

Mitten im Flughafen zerlege ich mein komplettes Gepäck. Entrolle jedes Tshirt, öffne jede Tüte. Ein 10m langer Teppich breitet sich auf dem weißen Marmorboden aus. Ich schaue drei mal in jede Ecke meiner Rucksäcke. Rufe nochmal im Lub*D an. Nichts. Das letzte Mal hatte ich meinen Pass vorgestern Morgen beim Packen. Seitdem hab ich ihn nicht mehr rausgeholt. Er muss gestohlen worden sein. [weiterlesen]

Fr
13:05
Tag
364

Das Ende einer langen Reise

Heute ist der letzte Tag meiner langen Reise. Alles geht auffallend ruhig zu Ende. Die Sights von Bangkok bleiben unbesichtigt, ich habe genug gesehen. Arbeiten, chatten, mailen. Alte Geschichten im Blog durchgehen. Ich bin weder traurig, dass meine Reise zu Ende ist, noch freue ich mich sonderlich auf zu Hause. Bin irgendwo in einer leeren und stillen Mitte.

Die großen Erkenntnisse sind ausgeblieben. Freunde sagen, ich könnte sie erst daheim erkennen. Das Gleiche gilt für Änderung. Ich bin stärker geworden. Meine Knochen schmerzen an einigen Stellen, und ich bin immer noch chronisch müde. Aber das war es alles wert. In mir sind 100.000 schöne Bilder und Momente. [weiterlesen]

Do
18:36
Tag
363

Bangkok zum letzten

Mein letzter Ort, meine letzten Tage. Bangkok. Ich habe viel zu tun. Arbeiten, Rechnungen schreiben. Eine neue Brille abholen, die ich schon vor einem Monat geordert hatte. Kochlöffel schnitzen lassen, Flugticket London-München revalidieren, Kamera nochmal reparieren lassen. Der größte Teil meiner zwei letzten Tage geht für Shopping drauf. Alles haut recht zügig hin. Ich hab noch genau 120 Euro. Gehabt :-)

Daheim werd ich Weihnachten im Sommer spielen. Der Weihnachtsmann ist rot vor Neid, er hat meinen Rucksack gesehen. Meine Einkäufe trage ich durchs schwül-heiße Bangkok zurück zum Lub*d und bastel daraus einen schönen Geschenkhaufen. [weiterlesen]

Mo
22:50
Tag
360

Die Fickinger von Pattaya

Die Fickinger sind ein barbarisches Räuber-Volk aus dem hohen Norden. Ihre Haut ist weiß, ihre Bärte lang, ihre Bäuche dick. Fickinger sind allesamt so hässlich, dass man schon fast Mitleid entwickelt. Sie nehmen, was sie wollen, Fragen sind überflüssig. Fickinger saufen und grölen, vor allem nach vermeintlichen Siegen. Alles was ihr je über die Fickinger hörtet ist wahr. Bis auf eines: Sie haben keine Äxte. Sie haben Hämmer. Ganz, ganz kleine.

Spaß beiseite. Das war Ernst. Die Welt ist so kompliziert. Nichts ist wie es scheint. Kein Vorurteil lässt sich permanent verteidigen. Pattaya ist anders. Man muss hier nichts verteidigen. Einfach Augen auf und Halbwahrheiten niederschreiben. Jedes Truglicht wird an der nächsten Ecke zur traurigen Wahrheit. [weiterlesen]

So
20:28
Tag
359

Angkor Wat

Wir stehen noch vor fünf Uhr auf. Mit dem TukTuk lassen wir uns einen ganzen Tag von Tempel zu Tempel in Ankor Wat chauffieren. Die Kasse ist die erste Attraktion. 5:30h, Menschenmassen. 20$ Eintritt sind für Kambodschanische Verhältnisse glatter Wahnsinn. Davon gehen 10% in den Denkmalschutz, der Rest geht an einen Petro-Giganten und das Finanzministerium. Mindestens 200.000$ Einnahmen am Tag sind anscheinend nicht genug. Restaurierungen werden von Japan und Frankreich gezahlt.

Ankor Wat, Weltkulturerbe. Musst du hin. Jetzt bin ich da. Der Sonnenaufgang ist schön. Und der Rest schlichtweg genau so wie ich ihn mir vorgestellt hab. Nix neues, nix zu entdecken. Und das obwohl Tomb Raider hier gedreht wurde. Nach 12 Tempeln fahren wir wieder heim. Das Hirn ist Matsch, die Füsse platt. [weiterlesen]

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