Do, 29.Mai 2008
Ich fahre nochmal einen Tag Motorrad. Die Franzosen haben in der Kolonialzeit ähnlich Bach Ma in Vietnam in der Nähe eine Sommerfrische im Küstengebirge erschaffen. Die Offroad-Piste in die Berge nach Bokor soll eine der schönsten Straßen Kambodschas sein. Ich fahre über 100km, um dorthin zu kommen. Ein Schild steht neben der Schranke: Piste für [...]
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Di, 27.Mai 2008
Ich fahre mit dem Bus einige Stunden an die Küste. Eine kleine Stadt namens Nirgendwo. Mit dem Motorbike an leere Sandstrände in der Nachsaison. Erste Anzeichen von Kamibiza machen sich in Form großer Betonburgen breit. Überall stehen alte majestätische schmiedeeiserne Zäune aus der Kolonialzeit. Sie umgeben leere Felder. Andere Mauern stehen in der Luft auf [...]
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So, 25.Mai 2008
Phnom Penh ist eine Stadt in Schwarz-Weiß. Manche Grautöne erscheinen zunächst wie Farben. Am Abend bin ich mir jedoch sicher, dass es noch nicht mal Grautöne gibt. Warum? Ich habe Armut gesehen. Hier ist sie schlimmer. Slums werden von Müllgürteln behütet. Die Millionärsvillen einen Block weiter von Stacheldraht und CTV. Ich habe Verzweiflung gesehen. Hier [...]
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Sa, 24.Mai 2008
Um sechs Uhr aufstehen, um sieben Uhr Abfahrt. Drei Stunden mit dem Bus an den Mekong. Laufen, bootfahren, laufen, essen, laufen, bootfahren, laufen, Bus, laufen, Fähre, laufen, drei Stunden Bus. Ich schlafe immer wieder ein. Die Stunden ziehen an mir wie an einem Zombi auf Tranquilizer vorbei. Die Sonne scheint und Wasserlilien treiben in den [...]
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Fr, 23.Mai 2008
Der Wind ist endgültig weg in Mui Ne. Der Vollmond scheint aufs spiegelglatte Meer. Ist der Wind weg, kommen die Moskitos. Ich habe in einem Jahr Weltreise nicht mal eine Flasche Mückenschutzmittel verbraucht. Hab Schwärme im Dschungel von Fiji ohne Murren hingenommen. Aber die letzte Nacht in Mui Ne ist Wahnsinn.
Ich schaue einen Film, und [...]
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Mi, 21.Mai 2008
Was ist das jetzt in Vietnam? Überall steht groß Kommunismus drauf und drüber, aber nirgends isser drin. Onkel Ho Chin Minh is noch Gott, aber seine Schäfchen werten Geld deutlich höher als das Gemeinschaftsgefühl. Jeder kämpft für sich. Die demokratische Militärdiktatur Fiji war deutlich kommunistischer. Vietnam ist Realkapitalismus mit Sternchen.
Nur aus zwei Gründen bleibt Vietnam [...]
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So, 18.Mai 2008
Gleich 50km südlich Hoi An gibt es noch ein Weltkulturerbe: My Son, ein uraltes hinduistisches Kultzentrum des Königreiches Chumpa. Erbaut zwischen dem 3. und 15. Jahrhundert entwickelten die Chumpa meisterliche Fertigkeiten im mörtellosen Ziegelbau. Einige der alten Tempel stehen noch heute.
1968 hatte der Vietcong hier eine Basis. Die daraus resultierenden US-Bombardierungen erledigten 8 Türme. [...]
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Sa, 17.Mai 2008
Jeder muss nach Hoi An. Eine alte Stadt, historisches Ensemble, behutsam renoviert. UNESCO Welt-Kulturerbe und von ausnahmslos jedem Reiseführer zum Highlight eines jeden Vietnambesuchs proklamiert. Heute komm ich in Hoi An und brauche ganze zwei Stunden um eine ganz andere Meinung zu entwickeln: Hoi An ist das erbärmlichste Weltkulturerbe, das ich je besucht hab.
Eben mal [...]
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Fr, 16.Mai 2008
Meine Wirtin organisiert mir am Morgen ein Xe Om in den 40km entfernten Nationalpark Bach Ma. Die Französischen Feudalherren bauten hier ab 1932 binnen 10 Jahren knapp 150 Villen als Sommerfrische in die Berge. Gerade mal 20km vom Meer entfernt steigen die Gipfel auf bis zu 1500m an. Steile Berge, grüner Regenwald, gehüllt in hohe [...]
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Do, 15.Mai 2008
Ich gönne mir mal was. Ein ganzer Penthouse-Dorm im vierten Stock mit Überblick über die alte Königsstadt Hue. Für mich allein. Die vier Euro pro Tag hab ich gerade noch. Ganz oben kriegt man einige WiFis rein, ich arbeite den ganzen ersten Tag. Es gibt gute Restaurants, ich probier viel zu viel aus. Abends bin [...]
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Mi, 14.Mai 2008
Um sechs Uhr morgens brechen wir auf mit dem Bus nach Dong Ha, der letzten größeren Stadt vor der Demilitarized Zone. Wir wollen einen ganzen Tag die ehemalige Grenze zwischen Nord- und Südvietnam und einige der schlimmsten Schlachtfelder des Krieges besichtigen. Nach Zwei Stunden sind wir in Dong Ha, 30 Minuten später hab ich ein [...]
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Mo, 12.Mai 2008
Im Regen fahren wir mit dem Taxi zum 30km entfernten Bahnhof von Phan Thiet. Jörg hat sein Ticket extra gekauft, wir haben unterschiedliche Abteile. Die Fahrt geht vorbei durch endlose Reisfelder. Die letzte Nacht war kurz, wir waren ordentlich aus. Ich schlafe schnell ein. Aber nicht lange.
In meinem Sechserabteil sind satte 9 Personen. Eine [...]
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Sa, 10.Mai 2008
Die ganze Woche bläst der Wind. Ich fang schon an zu Glauben, mein “Wo immer Du bist soll der Wind weg sein” Fluch wurde ebenfalls weggeblasen. Kann mich nicht daran erinnern, in 10 Jahren Kiten einmal ne ganze Woche jeden Tag mindestens zwei Stunden auf dem Wasser gewesen zu sein. Doch genau das ist Mui [...]
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Do, 8.Mai 2008
Die Tage verlaufen in festem Rhythmus. Spät Vormittag aufstehen, 20m zum Strand und Nase in den Wind halten. Frühstück und nachbarliches WiFi hijacken. Zwei Stunden Arbeit, Nase nochmal in den Wind halten. Kite aufbauen, fachsimpeln und ab aufs Wasser. Heute hat der Wind erstmals so richtig schön gebretzelt. Und Windfinder meint, dass es noch mehr [...]
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Di, 6.Mai 2008
Nach fast 10 Wochen und drei Ländern Flaute komm ich endlich mal wieder zum Kitesurfen in Vietnam. Windfinder gab guten Wind ab Sonntag und hatte recht. Wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt zurückgekommen. Meine drei Freunde können ihren Kite-Kurs machen, und ich bin endlich mal wieder ohne großen Aufwand einfach glücklich.
In der vorherigen Nacht gab [...]
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Sa, 3.Mai 2008
Der letzte Tag im Bikerhimmel von Da Lat führt uns direkt an eine kommunistische Rodelbahn. Wir heizen ins Tal an einen Wasserfall, dann rauf zur zweiten Fahrt. Erstmals in Vietnam fährt ein Mensch vorsichtig. In diesem Fall deutlich zu vorsichtig. Mit 5km/h blockiert ein Vietnamese die Rodelbahn, einen Weg auf dem einem keine Geisterfahrer im [...]
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Fr, 2.Mai 2008
Da Lat ist sowas wie das vietnamesische St. Moritz. Die einzige Großstadt des Landes, in dem Hotels keine Klimaanlage haben. Es ist kühl auf 1500m. Die Franzosen waren Anfang des letzten Jahrhunderts hellauf begeistert von der Möglichkeit, mal ein paar Tage nicht zu schwitzen. Sie bauten 2500 Villen, später folgte noch ein kleiner Eiffelturm. Heute [...]
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Do, 1.Mai 2008
Noch am ersten Tag hab ich mir anscheinend ein Loch in den Reifen gefahren. Morgens wird geflickt, dann geht es mit Minimalgepäck los Richtung Berge. Die ersten 80km sind öde, aber dann beginnen die Berge. Zwecks fehlender Schilder verfahren wir uns und landen auf einer ganz kleinen Straße nach Da Lat. Ich weiß nicht, ob [...]
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