Do
14:52
Tag
265

Am Ende

Die Tage ziehen endlos zäh dahin, während ich auf das fehlende Teil aus Sydney warte. Es regnet permanent. Ich lese viel, “The Pornographers Poem” von Michael Turner. Schaue zum zweiten Mal “Shortbus”. Der letzte Song ist wunderschön: “We all get it in the end”. Mein altes Hostel hat mein Bett verscherbelt, obwohl ich sagte: ich komme wieder. Egal, war eh der letzte Dreck.

Die Dame des Hauses fährt mich zum nächsten. Es ist komplett leer. Ein ganzer Dorm für mich. Stille, endlose Stille. Dann fährt hinten ein Zug vorbei. Ich bin dankbar dafür. Gehe raus, rauche eine Zigarette. Sitze und schaue dem Regen beim Fallen zu. Ein Frosch hüpft über den Hof. Ein Gecko schreit nach einem Weibchen. Abendprogramm in Cardwell. [weiterlesen]

Mo
19:13
Tag
262

Tauchen am Great Barrier Reef

Die Nacht is ein einziges zähes Schlachtfest. Die ersten Alkoholleichen gibt’s schon um acht zu bewundern. Ich mutiere zum Tierfilmer. Im Zimmer fällt die Klimaanlage aus. Schlafen in einer Sauna. Am Morgen herrscht schwerer Seegang, vor allem an Land. Sobald ich auf der Tusa5 bin, unserem Tauchboot geht’s wieder. Der Seegang scheint meine Schwankungen antiphasisch entgegenzuwirken.

Ich hab meine PADI Lizenz auf der Reise verloren. Kein Problem, sagt der Booking Agent, die finden deine Lizenz online über PADI. Was er nicht sagt: dazu hätte ich die vorläufige Lizenz erst mal an PADI schicken müssen. Folge: Ich darf lizenzlos nur Einführungstauchgänge machen. Niedriger, kürzer, nur zwei statt drei aber dafür wenigsten nochmal 50$ teurer. [weiterlesen]

So
18:23
Tag
261

Ab nach Cairns

Ich darf mich mal hängen lassen, gönne es mir. Es gibt keinen besseren Ort dafür. Erste Nacht: die besoffenen Bananenplantagen-Kinder sitzen um Unmengen leerer teurer Bierflaschen. Der Dorm ist Kaserne, die Küche so sauber dass sogar die Kakerlaken glänzen. Irgendwann grölt England im Pool um die Entblößung Schwedischer Brüste. Ich geh ins Bett und freu mich in der Nacht mehrmals über Bongokonzerte.

Tag zwei. Die lokale Tauchbasis ist telefonisch nicht zu erreichen. Nach fünf Kilometern laufen bei 35 Grad weiß ich warum: vor einem Jahr Pleite gegangen. Der Strand ist schön, doch beherrscht von der heiligen Dreieinigkeit: Haie, Krokodile, Quallen. Also das heißt eigentlich nur duales System: die Haie wurden angeblich schwer durch die Krokodile dezimiert. [weiterlesen]

Fr
20:44
Tag
259

Schlechte Karten in Cardwell

Ich fahre früh aus Airlie Beach ab. Es geht weiter auf der A1 nach Norden. Das heutige Ziel lautet Mission Beach. Auf dem Weg liegt nicht viel, aber zumindest werden nach ein paar hundert Kilometern die endlosen Zuckerrohrfelder von fast schon erfischend abwechslungsreicher Steppenlandschaft abgelöst. Ein Aussichtshügel. Oben genieße ich die Aussicht und einen dampfenden Motor.

Vorsichtig mit fahre ich mit ständigem Blick auf die Kühlwasseranzeige weiter. Nach Townsville kommt ein steiler Berg. Ich hole Schwung und cruise untertourig nach oben. Resultat ist wieder ähnlich: mein Auto, eine Dampfmaschine. Warten auf Abkühlung. Rauchen, viel zuviel. Wasser nachkippen. Touris beim vorbeifahren zuschauen. Ich hänge wieder fest. [weiterlesen]

Do
16:50
Tag
258

Nix los in Airlie Beach

Ich fahre ab in die Tropen, 900km nach Norden. Als ich nach acht Stunden die Autotür öffne erschlagen mich 35 Grad und über 80% Luftfeuchtigkeit im Zuckerrohrsumpf bei Airlie Beach. Selbiges wurde mir als ein schönes kleines Küstendorf mit guter Feierstimmung empfohlen. Mein Hostel: Backpackers by the Bay. Zimmer: tropisch, umwerfender Modergeruch.

Airlie Beach ist überlaufen. An den Strand kommt man nur durch den Park, im Umkreis von 10km ist jeder andere Strandzugang mit Millionärsvillen verbaut. Das gleiche gilt für jeden Punkt, von dem man ne schöne Aussicht hätte. Ich mag die Ostküste immer weniger. Was bleibt ist Arbeit, aber nach 2 Wochen Dauerstress hab ich bald wieder mehr Zeit zum Reisen. [weiterlesen]

Di
20:34
Tag
256

Flachwasserkiten in Hervey Bay

Jeder kommt nach Hervey Bay um nach Fraser Island zu gehen. Fraser Island ist eine der größten Sandinseln der Welt, 140km lang, 25km breit. Welterbe der Menschheit, umgeben von massig Tiger Sharks. Ich finde in Hervey Bay ein schönes kleines Hostel mit WiFi, das Mango Tourist Hostel. Unter der palmengedeckten Veranda kann ich endlich mal wieder ordentlich arbeiten.

Schon bei der Ankunft bläst der Wind ordentlich. Sachen rein, Mails checken und ab an den Strand. Nach einer halben Stunde finde ich meine Freunde schon auf dem Wasser. Wind mit 17 Knoten Südost. Spot: The Esplanade, das äußerste Eck der Bay vor Fraser Island. Eine Sandbank und massig spiegelglattes Wasser. Herrlich heizen, springen und tricksen. [weiterlesen]

Sa
22:30
Tag
253

The Noosa Downwinder

Die Tage kommen und gehen. Der Ort ist gut, aber es passiert trotzdem nix. Die Reisenden trinken, nicht mit Vernichtungsabsichten aber doch reichlich grundlos und ohne bleibende Ergebnisse. Der kleine Schalter hinter meinem rechten Ohr rutscht unbemerkt von “Leben” auf “Überleben”. Ich bleib nicht draußen, aber bin auch sicher nicht drinnen.

Der zweite Mechaniker ist ein gelber Engel in grau – ohne für ADAC löhnen zu müssen. Binnen 5 Tagen tauscht er die Wasserpumpe aus und passt die Ventileinstellungen an. Trotz einem schweren Arbeitsunfall macht er mit einer Hand mein Auto wieder fit in der versprochenen Zeit. Ich geb ihm guten Bonus und bin glücklich, weiterreisen zu können. [weiterlesen]

Di
22:42
Tag
249

Noosa National-Park

Die letzte Nacht war heftig. Mit einem guten Burschen aus Würzburg leere ich eine ordentliche Anzahl Victoria-Bitter-Jugs. Ein Japaner spielt Gitarre, ein Finnischer Beethoven bringt einen Tisch zum Umfallen. Die Britinnen saufen einfach, wie immer (Sorry, Sam, es gibt Ausnahmen :-). Gegen Mitternacht bin ich recht hinüber und fall ins Bett. Trotz dem Feiern draußen ist es drinnen schön kühl und ruhig.

Am Morgen darauf bin ich wieder Wanderer. Mein Motor ist kaputt, und mein Geld wird erstmals auf der Reise höllisch knapp. Also? ALDI! Ich laufe nen guten Kilometer, shoppe billig für die nächsten Tage und trage dann 10kg Futter zurück zum Hostel. Frühstück: 1kg Rührei extra fettig. Eigenartig: danach ist mir immer noch schlecht. Aber anders… [weiterlesen]

So
19:24
Tag
247

Blow Up vor dem Sturm

Ich fahre vollkommen übernächtigt weiter. Die letzte Nacht war genauso grässlich. Ich hab noch nie jemanden verprügelt. Gestern Nacht war ich praktisch permanent kurz davor. Erlebnisse: siehe letzter Eintrag. Ich greife meine Sachen, fahre los. Nach hundert Kilometern merke ich: ay. Essen vergessen. Wohl ein Zeichen: iss weniger!

Eine weitere Sache die ich bisher nicht geschnallt hab: in Queensland laufen die Uhren anders. Eine Stunde näher an Europa, obwohl auf der gleichen Länge wie New South Wales. Deswegen komme ich in Noosa schon um 12 Uhr an. Wollte eigentlich weiter, aber habe gute Gründe hier einen mehrtägigen Stop einzulegen: Die Windvorhersage von Windguru.cz. [weiterlesen]

Sa
19:40
Tag
246

Brisbane: Homestead Backpackers

English readers: scroll down! Wir fahren früh los nach Brisbane. Alle Hostels im Zentrum sind schweineteuer, überbucht und bieten kein Internet. zwei km außerhalb des Zentrums werde ich fündig: Brisbanes Homestead Backpackers Hostel. Kein direktes Internet, aber eine Bar mit WiFi für Bierkauf. Ich checke ein, Koche noch ein letztes Mahl für Verena und den Lord.

Dann bringen ich die beiden zum Flughafen. Auf dem Weg merke ich, dass Brisbane eine echte Großstadt ist: für die 15km brauche ich hin und zurück fast zwei Stunden. Danach geht’s ab in die Bar. Es ist grässlich, aber ich muss wirklich ein Bier bestellen, damit ich online gehen darf. Das nervt wenig, der Preis von 4€ für ein kleines Bier deutlich mehr. [weiterlesen]

Do
20:22
Tag
244

Die letzte Nacht in Hippingen

Letzte Nacht? Tausende! Wieder mal: viel zu kurz. Letzte Nächte sind was magisches für Reisende. Das aller schönste an ihnen: praktisch jede Nacht ist eine letzte Nacht, wenn man nur schnell genug reist. In letzten Nächten zieht man Bilanz. Etwas abschließen, zu Ende bringen, Platz für Neues machen. Jede Nacht.

Manchmal sind letzte Nächte deswegen etwas anstrengend: aufräumen, einordnen, resümieren. Gleichzeitig natürlich nicht vergessen, wie schön die ganze Unordnung davor gewesen ist – und für selbige permanent sorgen. Manchmal ist es schwer, letzte Nächte einfach ganz normale Nächte sein zu lassen. Schlafen gehen. Aber nur das macht die wichtigen letzten Nächte zu Gold. [weiterlesen]

Mi
19:13
Tag
243

Monsterwellen in Coffs Harbour

Wir fahren weiter nach Coffs Harbour. Quartier beziehen wir ein paar Meter von einem recht heftigen Surfer-Strand entfernt. Den gesamten ersten Tag regnet es fast non stop. Shoppen, arbeiten, Zeit totschlagen. Nichts passiert, und meine Freunde verbringen den 6. Tag von wenigen in Australien im Dauerregen. Ich hab noch 10.000km Wüste vor mir, also trag ich’s gelassen.

Am morgen des nächsten Tages haben wir massive Problem, die Farbe des Himmels zu betiteln. Ist das Rot? Oder grün? Der Hostel-Häuptling meint irgendwann, das sei blau. Üblicherweise Zeichen für gutes Wetter. Oi, ach so, gutes Wetter? Gutes Wetter!!! [weiterlesen]

Di
22:22
Tag
242

Down under: under water

Das wichtigste Teil meines Autos: die Scheibenwischer. Es gibt kein “Intervall”, nur “schnell” und “schneller”. Schilder rufen zum Wassersparen auf. Beim dritten kriegen wir einen kollektiven Schreikrampf. Dann fahren wir weiter an überfluteten Feldern vorbei. Die Warnungs-Liste auf der offiziellen Wetterseite Australiens wird immer länger: Zyklone, schwere Gewitter, Überschwemmungen.

Es geht weiter nach Norden. Wir erreichen Port Macquire im Regen, eine der ersten drei Siedlungen Australiens. Ein Hostel mit Internet, meine Dienste sind gefragt. Ich treffe ein paar Israelische Mädels, die mir schon mehrfach in Neuseeland und Australien über den Weg liefen. Lord Peter kämpft mit der hübscheren Ju-Jitsu. Tag fünf im Dauerregen. [weiterlesen]

Mo
00:58
Tag
241

Bunte Höhlen & Blauer Himmel

Das Hostel in Katoomba ist sehr schön. Ein kleiner Kamin, große Küche, umsonst Internet und keine Kakerlaken. Okay, eine 10cm große Spinne verschreckt mich kurzzeitig. Kochen, arbeiten, schlafen. Am Morgen fahren wir zu den Three Sisters, eine berühmte Felsformation. Zu sehen gibt es nichts. Mal von jede Menge Nebel abgesehen.

Wir fahren weiter zu den eine Stunde entfernten Jenolan Caves, einem der größten Karsthöhlensysteme der Welt. Wirklich groß, das heißt: zum Parkplatz geht’s mit dem Auto durch den Höhleneingang. Es werden 15 verschiedene Touren zwischen einer und sechs Stunden angeboten. Wir machen die kleine in die Lucas Cave. [weiterlesen]

Fr
21:32
Tag
238

Blue Mountains in Weiss

Am Abend gehen wir in die legendäre World Bar in Kings Cross. Legendär? Verdient! Hölle, welch eine Bar! Gute Indie Music. Backpacker aus der ganzen Welt. Billiges Bier. Tobende Massen. Cocktails aus Teekannen. Wir sind da und sofort weg. Der Guide aus dem Hostel ist heute zwecks zu viel Regen daheim geblieben. Ohne den gibts eigentlich keine Sonderpreise. Aber mit glaubt heute jeder alles.

Eine Italienerin aus Invercargill erkennt mich wieder. Danach eine Britin an der Bar. Ich versteh zwecks der Höllen Lautstärke nicht was sie sagt, also mein ich nur: No worries. Als ich danach für den nächsten Jug Bier zahlen will, meint der Keeper: hat sie schon. Ich hüpf über die Tanzfläche und philosophiere etwas mit meinen neuen Reisepartnern. [weiterlesen]

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