Sa
22:27
Tag
204

Grade 5 Heli-Rafting bei Mt. Cook

Kaum aufgestanden holt uns Captain Josh von EcoRafting ab. Im VW-Bus geht’s südlich zum Mount Cook. Zahlreiche Flüsse ergießen sich in endlos breiten Kiesbetten in die Tasman See. Gegen neun erreichen wir den Hubschrauber-Landeplatz an einem einsamen Gebirgstal nahe den Neuseeländischen Gletschern. Wir werden mit dem Hubschrauber den Whataroa River rauffliegen, dann mit dem Raft 10km über Grade 5 Wildwasser zurück gen Meer.

Wir erhalten dicke Neopren-Anzüge für das eiskalte Gletscherwasser. Thermo-Laiberln und Jacken, dicke Schwimmwesten und Helme. Zwei Rafting-Boote, ein Kajak und das restliche Material werden in einem großen Netz verstaut. Dann kommt der Hubschrauber, und das Netz wird unten eingehängt. [weiterlesen]

Fr
16:18
Tag
203

Clubbing in Nelson

Ich trampe von der Golden Bay zurück nach Nelson. Auf der Südinsel geht das deutlich besser. Für 160km brauch ich gute vier Stunden und nette Fahrer aus Jena, Israel und Holland. In Nelson komme ich genau fünf Minuten vor Georg und Arnulf an. Georg kenn ich noch von Fiji, die nächsten paar Tage werden wir zusammen über die Südinsel touren.

Wir nehmen ein anderes Hostel direkt am Strand, deutlich weniger Kinder hier. Georg und Arnulf sind beide 26, was für Weltreisende alt ist und für mich ein wahrer Segen – so gern ich auch mit jüngeren reise. Wir hängen etwas am Strand ab und Pokern. Dann gehen die beiden auch für einen Tag in den Abel Tasman National Park. Ich tigere derweil durch Nelson. [weiterlesen]

Di
20:20
Tag
200

Weihnachten in der Golden Bay

Tags darauf bin ich immer noch angeschlagen. Ich trampe von Pahara nach Takaka, stell dort beim einsetzenden Regen fest, dass ich meine Regenjacke im Hostel vergessen habe. Trampe zurück. Nichts. Nochmal nach Takaka. Ah ja, war die ganze Zeit im Rucksack.

Takaka ist eine nette kleine Hippie-Stadt in der Golden Bay. Es gibt drei Bekleidungsgeschäfte. Alle verkaufen Hippie-Wear. Ein paar Fair-Trade und Organic Products-Shops. Das war’s dann auch schon. Eine Gezodelte gibt mir den ersten Lift nach Collingwood, ein junges deutsches Pärchen den zweiten. Das Sommerset Hostel ist eine alte Sonntagsschule, oberhalb der Kirche aus dem 19. Jahrhundert. [weiterlesen]

So
18:12
Tag
198

Abel Tasman Coastal Track XL

Um 9 Uhr Morgens geht’s los. Der Abel Tasman Coastal Track schlängelt sich die ganze Zeit durch die Hügel an der Küste entlang. Links ist immer dichter Dschungel oder Wald, rechts das azurblaue Meer und goldgelber Strand. Massig Boote und Kajaks touren umher. Immer wieder laufen wilde Hühner über den Weg, manchmal mit Küken. Der südliche Teil ist eher unspektakulär. War ich vorher in Fiji? Hab ich die schönsten Strände der Welt schon gesehen?

Am Vorabend hab ich zwecks Gewichtsreduktion sogar nicht mehr benötigte Kartenteile abgerissen. Mein Rucksack ist trotzdem zu schwer. Die Schultern verspannen sich ordentlich, mein Bauchgurt kann ich zwecks falscher Schnalle nicht zuziehen. Volle 17kg sind ein großer Unterschied zum gewohnten Daypack. [weiterlesen]

Do
21:31
Tag
195

Vor der großen Wanderung

Ich fahre mit dem Bus zum Abel Tasman National Park. Etliche Male fliegt das gleiche Schild am Straßenrand vorüber: “Home Kills”. Das bedeutet soviel wie “Hofschlachtung”. Ich muss grinsen. Man könnte es auch anders übersetzen.

Mein letzter Halt vor der großen Wanderung ist wirklich das allerletzte Hostel vor dem Abel Tasman Nationalpark. The Barn, eine kleine Farm, Campingplatz und Dorm. Der letzte Ort ist schon 15km hinter mir. Ein Glockenspiel und Blumen wehen im Wind. Vögel zwitschern, Bienen summen. An der Wand steht ein Spruch: “Life does not consist of the number of breathes we take, but of the places and moments that take our breath away.” [weiterlesen]

Mi
18:49
Tag
194

Die Betonwelle & ein Richtungswechsel

Der dritte Tag in Nelson bringt endlich alle meine Träume: bis zu 60 km/h Wind, side-onshore und sehr stabil. Die Wellen sind bis zu 1,5 m hoch und manchmal genauso nahe beieinander. Ich war noch nie bei solchen Bedingungen draußen. Etliche Male nehme ich Wellen im falschen Winkel zum falschen Zeitpunkt und werde ordentlich gewaschen. Der Rest ist Springen, Springen, Springen.

Nach über zwei Stunden auf dem Wasser wird der Wind noch stärker. Ich spüre meine Knie kaum mehr, hab aber immernoch Spass. Dann schätze ich eine große Welle falsch ein. Ich knalle in sie fast frontal und mit hoher Geschwindigkeit rein – genau als sie sich bricht. Das Gefühl ist, wie gegen eine Betonmauer zu fahren. Kurz darauf merke ich, dass bei der Aktion mein Trapez gerissen ist. [weiterlesen]

So
20:52
Tag
191

Advents-Kite in Nelson

Die Überfahrt auf die Südinsel ist happig. Erstens fehlten mir noch drei lokale Biersorten in der Nacht zuvor, zweitens war die Nacht wegen dem Konzert wieder nur vier Stunden kurz. Die See war vergleichsweise ruhig. Das Schiff schaukelte trotzdem ordentlich, und hinter jedem Sitz hängen nette weiße Tüten. Nach 1,5h sehe ich zum ersten mal die Südinsel.

Die Einfahrt erfolgt in einen langen Fjord. Rechts geht der Queen Charlotte Track entlang. Vereinzelte Fischerhäuser klammern sich an die steilen Hänge. Die Sonne ist endlich wieder da. Wegen einem Sprung in der Windschutzscheibe sollen wir in Picton das Auto wechseln. Der lokale Inder hat keine Ahnung, was tun, wer ist etc. Nach 15 Minuten rate ich ihm, die Hotline seiner Firma anzurufen, dann geht was vorwärts. [weiterlesen]

Fr
23:55
Tag
189

Hohe Wellen in Wellington

Die Wellen schlagen hoch in Wellington, drei ganze Nächte. In der ersten geh ich in einen kleinen Indie-Club. Musik gut, aber zu wenig Leute. Wieder raus in die Nacht, und nach fünf Minuten gehen ist klar warum: Es gibt alle 50 Meter einen Club, in dem irgendwas live dargeboten wird. Wellington ist kaum größer als Regenburg, aber hat bestimmt 10 mal so viele Clubs. Das dünnt das Publikum etwas aus.

Im zweiten Club spielt eine krachige Rockband, eine Mischung aus Hives und Black Crowes. Heftiges Gehüpfe bis um eins, dann steh ich auf einmal neben einer ganz wüsten Punkerin. Ich zieh mit ihr noch durch ein paar Clubs, dann frag ich nach ihren Eltern. “Mein Stiefvater ist im Knast”, sagt sie. “Ich hab ihn reingebracht.” Ich frag warum, dann folgt erst mal langes Schweigen. [weiterlesen]

Do
12:28
Tag
188

Ab nach Süden

Auf der Reise nach Wellington machen wir noch einen Tag halt in Palmerston North. Die Stimmung ist etwas gereizt. Es passiert recht wenig, daher philosophiere ich jetzt einfach mal über einen Spruch, der mir auf der Reise täglich begegnet. Man findet ihn vornehmlich als Slogan für Hostels und Bars. Der Spruch lautet: “Your home away from home.”. Ich grüble.

Warum ist der Spruch so erfolgreich? Was ist Heimat, und wie viele Bars dürfen behaupten, selbige zu sein? Müssen Reisende aus fernen Ländern mehr Bier trinken, um nach Hause zu kommen? Sind Deutsche auch in Irish Pubs zuhause? Was ist der Unterschied zu “Du kommst als Fremder und gehst als Freund.”? Der Spruch steht nämlich in meiner Heimat am Eingang des Palais d’Amour. [weiterlesen]

Mo
18:27
Tag
185

Napier: Art Déco und Wein

Von Gisborne geht’s an der Ostküste entlang nach Süden. Kurz vor Napier halten wir in Bay View. Die Mädels lassen mich Kiten. Endlich guter Wind, voll onshore mit 15 Knoten. Problem: Der Lavakies-Strand fällt steil ab. 1,5m hohe Wellen brechen direkt am Strand. Ich werde drei Mal so heftig gewaschen, dass ich Kies in meinem Wetsuit noch über den Knien finde. Dann geb ich auf. Nicht mein Tag.

In Napier bot uns Ilka Unterkunft an. Wir werden lieb willkommen geheißen und machen gleich zum ersten Abendessen ein nettes kleines Spargelfest. Die Zitronen für die Hollondaise kommen vom Baum aus dem Backyard. Nachts fährt uns Quentin in die Stadt, zum feiern des Halbjährigen. Einige Bars, etwas 80s, dann wieder heim. Passiert nicht viel, kann halt nicht immer. [weiterlesen]

Fr
23:55
Tag
182

Halbzeit

Heute ist genau Halbzeit meiner Weltreise. 182 Tage. Es regnet, aber das ist egal. Ich lass mich von den Mädels von Gisborne nach Napier kutschieren. Verschnaufen. Ein halbes Jahr des Reisens ist vorbei. Ich bin aufgebrochen, um etwas zu finden. Ich weiß nicht genau was. Ich weiß nur, dass ich es noch nicht gefunden hab. Aber auf dem Weg bin. Und es erkennen werde, wenn es da ist.

Reisen bedeutet mir: von allem etwas, das Schlechte und das Gute. Von beidem deutlich mehr als daheim. Aus allen Richtungen. Ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, wie das gehen sollte: an einem Ort leben. Was gäb’s da zu erleben? Wie sollte ich die Langweile erschlagen? Wie konnte ich nur so lange in meiner Stammkneipe so still sitzen? Werte schreiende Rastlosigkeit… [weiterlesen]

Do
13:12
Tag
181

Go east, life is peaceful there

Das East Cape ist die einsamste und ruhigste Ecke der ganzen Nordinsel Neuseelands. Eine Broschüre weist auf alle touristischen Attraktionen hin. Unglaublich: An den Stränden hier kann man schwimmen, picknicken und fischen. Aha. Es gibt Flüsse, auf denen man Jetboat fahren kann. Wenn man eines hat. Ach ja, und Pferde reiten kann man. Das war’s dann auch schon.

Die Landschaft ist wild, direkt hinter der Küste steigt das Land steil an. Das Meer bricht hart auf Lavafelsen. Die einzige Tankstelle auf 100km ist fast unsichtbar, eine Zapfsäule in der Mitte vom Nirgendwo. Direkt danach: Pferde, Schafe, Kühe. Auf der Straße und daneben. Der Himmel hängt tief in den Küstenbergen. Das Geräusch eines nahenden Autos erschreckt mich. [weiterlesen]

Di
23:24
Tag
179

Advent in der Piratenbucht

Am nächsten Morgen gehen wir im letzten großen Supermarkt vor der Einsamkeit einkaufen. Neben dem Eingang steht ein singender Weihnachtsmann. Ich tanze mit ihm, aber Weihnachsstimmung kommt bei 24 Grad einfach nicht auf. draußen stehen Palmen, und neben dem Fleischregal wirds mir barfuß und in kurzen Hosen glatt etwas kalt.

Irgendwie sind Kiwis ganz anders, aber eben immer nur halb. Sie fahren auf der falschen Seite, haben aber trotzdem rechts vor links. Weihnachten ist im Hochsommer, aber anstatt “Let the sun shine” spielen sie zum Adventsshopping “I’m dreaming of a white Christmas”. Ich schwebe an Lebkuchen und Weihnachtsbier vorbei nach draußen in die gleißende Sonne. [weiterlesen]

Mo
22:55
Tag
178

Trampen in Neuseeland

Wieder zwei Tage im Yaping House in Auckland. Freies WiFi und jede Menge Arbeit. Einige alte Bekannte sind auch noch da. Ich schnall zum Glück noch am Sonntag, dass ich mein Auto nicht erst am Montag abgeben muss. Für die eine Stunde Verspätung hätte die Autovermietung 100$ abkassieren können. Tut sie aber nicht. Eine verlorene Radkappe wird auch übersehen, genauso der Sand vom 90-Mile-Beach, der beim Türöffnen nach draußen rieselt.

Früh am nächsten Morgen mach ich mich auf den Weg zurück nach Tauranga. Ich will was ausprobieren. Jeder sagte: Trampen wäre super einfach in Neuseeland. Ich glaube, diese Vorstellung ist leider etwas veraltet. [weiterlesen]

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