Sa
13:21
Tag
3235

Kitespots Sardinien

Porto Pollo ist nur der berühmteste aber bei weitem nicht der beste Kitespot Sardiniens. Aufgrund der Düse zwischen Korsika und Sardinien bläst der Wind hier bei Mistral meist mit 5 bis 10 Knoten mehr als an der nördlichen Westküste – ist aber auch deutlich bockiger, vor allem bei Mistral mit Südeinschlag. Porto Pollo funktioniert bei allen westlichen Winden, der Hauptwindrichtung auf Sardinien.

Der Strand ist breit, grober Sand ohne Steine und andere Hindernisse – zumindest in der Nebensaison. Es gibt überhaupt keinen Stehbereich. Die Wellen sind gerade bei starkem Wind über 25 Knoten recht kabbelig, große kommen aber nicht in die Bucht rein. An manchen Tagen kommen sie wie in einer Badewanne aus allen Richtungen – vor allem nahe der Isola dei Gabbiani. [weiterlesen]

Do
23:38
Tag
3226

And I could walk 5000 years!

Der Sardische Wind zeigte vorgestern erstmals Zähne an der Westküste im UNESCO Weltkulturerbe der Jahrtausende alten Minen von Sulcis Iglesiente. Voll offshore bläst er mit 15 bis 30 Knoten bockend westlich Iglesias über die alten Silberberge und steilen Klippen mit bis zum Wasser reichenden Mienenruinen auf’s Meer hinaus. Mein Frühstücksbaguette fliegt baden.

Die Küstenstrasse nach Norden führt über atemberaubende Achterbahnen in steilen Hängen durch alte Bergarbeiterstädte wie Nébida. Die Stichstraßen in die Mienen über Buggeru sind vollkommen ungesichert und bieten daher weite Ausblicke. Auf der Autobahn bremsen die Sarden wirklich jeden Furzhuppel mit 30km/h aus – aber wenn du einen Jeep und Scheuklappen brauchst, um einen Berg raufzukommen, steht unten garantiert nichts. [weiterlesen]

Mo
20:13
Tag
3223

Emmentaler auf Sardisch

Der Fahrstil eines Volkes verrät viel über seine Seele. Das gilt besonders für Philippinos in Manila, Dominikaner Samstag nachts und Vietnamesen auf dem Weg zu Beerdigungen. Und für Sarden generell immer. Die wildesten Gebirgsstrassen sind relativ dezent reglementiert. Doch sobald sie breit, sicher und gut ausgebaut ist: bremst dich der Staat auf die Hälfte dessen aus, was in Deutschland normal wäre. 50 km Tempo 50 ist die Peitsche für die Sarden!

Ihr Rasen scheint der letzte Aufschrei gegen die Fremdherrschaft zu sein. Fährst du auf Sardinien legal, sollte alle deine Aufmerksamkeit dem Rückspiegel gelten. 25% über der Höchstgeschwindigkeit ist das absolute Minimum, um nicht permanent gescheucht zu werden. 50% drüber ist der auch für Rentner gültige Standard. Rasen definiert der Sarde mit wenigstens 75% über dem Limit. [weiterlesen]

Sa
21:22
Tag
3221

Sardinien schläft

Wie ein Geier ziehe ich in meinem Panda immer enger werdende Kreise auf der Suche nach meiner ersten Unterkunft auf Sardinien. Fehlende Adressen sind kein Problem. Dazu werden Sie erst, wenn man keine Menschen findet, die man nach dem Weg fragen kann. Alles ist geschlossen, die Straßen völlig leer, die Häuser verbarrikadiert.

Zwar sprechen auch heute wenig Italiener Englisch, aber sie verstehen mein Spanisch – und ich ihre Italienischen Antworten, zumindest gut genug um festzustellen, dass jede Antwort in die entgegengesetzte Richtung der vorherigen weist. Sardinien schläft noch tiefsten Winterschlaf. Ich bin Universalsolist beim Essen, fahren, laufen und reisen. Es ist kalt und regnet, aber ich fühle mich wohl. [weiterlesen]

Di
17:49
Tag
3175

Vergesst Sansibar!

Auf gerade mal einer Woche guten Wind folgt umgehend die nächste Woche Permaflaute. Notgeilen Kitern fallen die Flügel bei acht Knoten aus dem Himmel. Ein böser Mageninfekt versucht mir einige Tage jedes Essen zum falschen Ende rauszudrücken. Bei Höchststand der Flut laufe ich über einen Knacksfolien-Teppich aus tausenden Quallen ins acht Kilometer nördlich gelegene Dongwe. Ärmste Dörfer und Müllhalden am Strand wechseln sich ab mit leerstehenden Luxusresorts.

Paje ist auf einmal komplett verlassen. Sprünge jetzt noch Jack Nicholson irre grinsend mit einer Axt hinter einer Palme hervor, würde ich ihm einfach meinen Bauch hinhalten: „Da, kannst haben, is eh scho kaputt.“ Der Friedhof von Paje ist gleichzeitig die Müllhalde, und ganz Paje ein Friedhof. [weiterlesen]

Fr
16:53
Tag
3164

Kiten mit Quallen

Alle Locals und Langzeit-Kiter sagen, dass der Wind auf Sansibar seit Dezember 2015 aussergewöhnlich schlecht war. Am Ende meiner zweiten Woche mit bisher gerade mal drei guten Tagen kommt er endlich an. Sechs Tage bläst der Wind jeden Tag einige Stunden mit 14 bis 22 Knoten. Wir haben viel Spass im Flachwasser am Strand und in den bis zu zwei Meter hohen Wellen am äußeren Riff.

Die z.B. auf Kitereisen veröffentlichte Windstatistik machen falsche Hoffnung. Für Januar gibt sie fast 100% Gleitwind. Selbigen definiert sie mit 4 Beaufort = 11 bis 15 Knoten. 11 Knoten werden auch tatsächlich fast jeden Tag erreicht, für ein paar Stunden, und oft nur in Spitzen. Selten wird der Grundwind deutlich stärker. Seit Mitte Dezember 2015 gab es wenige Tage mit wenigstens 15 Knoten Grundwind. [weiterlesen]

So
12:31
Tag
3159

Touring Sansibar

Am dritten Tag brauch ich den Roller endlich mal nicht nur, um mehr Geld abzuheben. Ich fahre in den Norden der Insel. Sansibar ist hier richtig tropisch grün. Mir fällt auf, wie sehr mich die eintönig flache Waldlosigkeit in Paje bedrückte. Der Weg führt durch Zuckerrohrfelder und Gewürzplantagen im dampfenden Dschungel. Eine Gewürzfarm-Führung mit Verkostung von frischem Ingwer, Zimt, Muskat, Pfeffer, Nelken, Maracuja, Sternfrucht und Vanille heitert mich weiter auf.

Die Sansibaris im Norden wirken glücklicher als die im trockenen Armenhaus Südsansibars. Schlumpfige Schulkinder in blauweissen Uniformen wandern über die Straßen ärmlichster Dörfer. In einem knalle ich mit 80 km/h auf einen leicht zu übersehenden hohen Bremshügel. Den Abflug kann ich vermeiden. Einen weiteren Platten fünf Kilometer weiter im tiefsten Urwald nicht. [weiterlesen]

Do
20:26
Tag
3156

…einfach mal Geld abheben

Sansibar ist fast wie eine Weltreise vor 100 Jahren. Ich lasse das Meeresrauschen vor meiner Strandhütte den Tinitus verprügeln und ergebe mich den Gegebenheiten. Davon gibt es sehr wenig, in jeder Beziehung. Seit drei Tagen bin ich komplett offline, der Wind genauso. Die Zeit will genutzt werden. Ich miete einen Roller.

Die Ausgabe nebst dank Bestechung blanko vorbereiteter lokaler Fahrerlaubnis vollstreckt sich in der Geschwindigkeit eines von der Nasenspitze fallenden Schweröl-Schweißtropfens. Nach zweieinhalb Stunden breche ich auf. Der Arsch der Welt befindet sich gerade mal 15 km hinter Paje. Tiefstes zentralafrikanisches Hinterbuschland. [weiterlesen]

Do
23:32
Tag
3149

Der Sansibar Blues

Ich sitz morgens im Schatten und blas nach oben Richtung Brille. Das ist das einzige, was gegen permanentes Beschlagen nach einem heftigen Gewittersturm in der Nacht zuvor hilft. 34°, 95% Luftfeuchte, Windstille. Positiv: Die Sansibarischen Moskitos sind alle Nichtschwimmer, und schwimmen ist das einzige was in dieser Luft geht.

Das Dach meiner Palmblatthütte in der Demani Lodge hat ein Leck. Zum Glück genau über meinem Kopf. Spart die Morgendusche, und selbige ist nicht immer verfügbar. Nach einer halben Stunde bin ich zwar sauber – weiterschlafen geht so aber leider auch nicht. Das Bett zerfällt beim Wegschieben. Der Zusammenbau in der Dunkelheit des Stromausfalls gestaltet sich dermassen anstrengend, daß ich erst nach insgesamt 14h wieder aufwache. [weiterlesen]

Mo
17:37
Tag
3146

Terminal: Muskat, Oman

Brennende Gasflammen der Ölbohrtürme verwandeln die Nacht über Iran in einen morgenländischen Weihnachtsbaum. Danach winden sich  festbeleuchtete Lichtschlangen-Straßen hinter Dubai in die Wüste. Kurz darauf landen wir in Muskat. Oman Air erhält für den Flug im neuesten Dreamliner nach Sansibar gerade mal 27 der 203 €. Über Öl-Wunder wundert man sich nicht.

Ich schlafe am Flughafen ein und träume von einem Türken, der zwei Thailändischen Working Girls aus Pattaya die Vorzüge von Chicken-Döner erläutert. Langsam erwachend bin ich hellauf begeistert, so einen Bockmist doch nicht geträumt zu haben. Er passiert gerade live neben mir. Jetzt tauschen sie Massagepreise aus. Spontanes Grinsen verhindert weiterschlafen.

[weiterlesen]

Mo
17:06
Tag
3139

Oh Wienna!

Die Westbahn von Salzburg nach Wien stellt bei DB-geschädigtes Zugfahr-Weltbild völlig auf den Kopf. Der Zug  fährt im Bahnhof einfährt. Pünktlich, bei unter Null Grad! Jeder Fahrgast bekommt einen Tischplatz mit Stecker zu einem guten Preis – ohne Reservierung, und gezahlt wird mit EC beim freundlichen Steward statt beim rotzigen Schaffner. Gratis Wifi schaukelt uns sanft und schnell nach Wien. Legendäre Deutsche Qualitäten machen Urlaub in Österreich.

In der ersten Nacht erlegen wir eine Legende. Der alte Türsteher in purpur-Weste bittet abzulegen. Mit Blick auf meine alte Jeans verkündet er die Gewandordnung – aber hat nach einem weiteren kritischen Blick auf mein Austro-Turk-„Friseur“-geschändetes Haupthaar wohl doch Mitleid. Wir entern die Eden Bar. [weiterlesen]

So
22:55
Tag
3012

War!

Satte House Beats dröhnen heftig über das Ende des einsamen Strandes kurz vor der Albanischen Grenze. Glückseelige Menschen träumen müde vom Tanzen auf Sand. Ich bin mitten drin und ganz woanders, will heute nacht einfach nur noch schreiben, schreiben bis der Akku meines uralt-Handies leer ist. Schreiben, bis ich endlich leer und ruhig bin.

Montenegrinischer Wein ist gut, und er floss heute mehr als reichlich. Der lokale Houseparty-Koksdealer reagiert fast schon mitleiderweckend enttäuscht auf die bescheidene Abweisung dieses weiss-belaibten No-Pats. Sein Umsatz kommt heute garantiert noch, die Massen schreien nach dem Vergessen von Nichts, während ich mich ansatzweise verzweifelnd daran versuche zu erinnern, wie wir hierherkamen. [weiterlesen]

Mi
09:06
Tag
2882

Zeichenkodierung & Gambio Update >2.1

Sie haben Ihren Gambio Shop vor Version 2.1 geupdated und alte Daten importiert? Ist die Zeichenkodierung defekt? ÖÄÜß werden falsch dargestellt? Mit der Version 2.1 stellte Gambio endlich auf die internationale Zeichenkodierung UTF-8 um. Durch den import ihrer alten Daten wurde jedoch auch die alte Zeichenkodierung mitimportiert, diese war ISO-8859-15.

Den Fehler beheben Sie wie folgt: Gambio Admin, Länder / Steuer, Sprachen / Deutsch -> Bearbeiten / Zeichenkodierung iso-8859-15 ersetzen durch utf-8. Danach den Shop-Cache leeren und aulsoggen und neu einloggen.

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Di
23:46
Tag
2867

Panamericana, km 6.547: Going home

The Panamericana was the hardest voyage I’ve ever done. Even island hopping in the most remote places of the Philippines was usually way much easier. Sure, ten weeks are by far not enough time for even just the few spots I visited in seven different countries. First, Copa Airlines denied the transport of my kiteboard after 7.5 hrs in their hotline. I had to buy a split board. Then Condor lost all my other baggage for three weeks – thanks for the 490 €!

My laptop’s display broke right after the start when trying – but unfortunately not finishing – a backflip from the top bunk bed. The external replacement monitor i bought was good for many laughs in cherished places when cursing the almighty inavailability of an internet connection. For the first time in years of travelling my webdesign clients had good reasons to be angry with me. [weiterlesen]

Di
17:57
Tag
-2747

Isla Holbox

Holbox ist die letzte Überraschung meiner Panamericana-Reise. In Belize meinte ein Schweizer: „Da bläst der beste Wind Mexicos!“. Recht hatte er. Jeden den Tag 16 bis 23 Knoten und schöne Wellen nebst zehn Kitebuddies auf Holbox werden mein letztes Kiter-Paradies.

Bis 2013 war Kitesurfen auf dem größtenteils unter Naturschutz stehenden Holbox komplett verboten. Heute dürfen wir kiten – gegen 10 € Windnutzungsgebühr, und nur an einem einzigen Strand eineinhalb Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Der Wind kommt fast immer aus Ost, der Kitebeach liegt dann sideoff in der Leeabdeckung der Insel. Einzige Option: jeden Tag für 14 € mit dem Kiteschul-Boot sieben Kilometer ums Insel-Eck. [weiterlesen]

Mi
09:00
Tag
2861

El Cuyo

El Cuyo liegt ganz im Norden der Halbinsel Yucatan. Open Street Maps kennt in dem kleinen verschlafenen Fischerdorf am Ende der Welt exakt einen POI: „Iglesia“. Die Pampa zwischen der letzten Stadt Tizimin und El Cuyo duchqueren angeblich auch Busse und Collectivos, dies aber so selten, dass ich für die letzten 85 km ein günstiges Taxi brauche.

Sogar in der Semana Santa ist es hier keinerlei Problem, eine Unterkunft zu finden. Nach fünf Minuten habe ich eine kleine günstige Hütte am Strand. Ich bin der einzige Gringo unter einer handvoll Mexikanischer Tagesausflügler in ganz El Cuyo. Aus den leise im Wind raschelnden Palmenblättern flüstert eine höhere Macht zu mir: „Dies sei Deine Aufgabe!“ Ich erzittere in 33° Celsius am türkisblauen Meer: „Hä?“. [weiterlesen]

So
16:53
Tag
2858

Tulum & Cobá

Meine Panamericana-Reise neigt sich dem Ende zu. Mit Sicilia-Roomie Carmela geht es von Belize aus 10 Stunden weiter nach Tulum. Die Mexikanische Südgrenze ist wenigstens so ehrfurchtgebietend wie die der USA. Yucatan ist das Mallorca Mexicos: die zweispurigen Highways haben keine Schlaglöcher. Trucks und Supermarktketten sind Amerikanisch. Zu Ostern gibt es hier mehr Touristen als Einwohner.

Die Vermarktung der Mayakultur übersteigt bei weitem die Verbullhornung von Volksmusik im Musikantenstadel. Alles ist hier Maya: Bier, Shops, Touren, Hotels, sogar Kondome. Nach der Conquista packte die Mayas anscheinend das Reisefieber. Sie wanderten in aller Herren Länder aus. Daher kommt heute Maya-Kleidung aus Bangladesch, Maya-Steingut aus Indien und Maya-Hängematten aus China. [weiterlesen]

Mo
05:15
Tag
2852

Do you Belize? Caye Caulker!

Mit dem Speedboat geht es 40 km weit über türkisblaues glattes Wasser hinaus in die Karibik. Die vor Belize City gelegenen Cayes sind kleine Riffinseln und der Schmelztiegel aller internationalen Reisenden zwischen Alaska und Feuerland. Die Panamericana führt hier eindeutig über Wasser.

Caye Caulker ist klein. Auf gerade mal 1.500 auf 500 m stapeln sich die Häuser eng und hoch. Freien Grund gibt es kaum, unzählige Bars und Restaurants haben ihn schon vor langer Zeit aufgefressen. Die einzigen offenen Flächen sind die sandigen Straßen, ein Fussballfeld und der Friedhof. [weiterlesen]

Mi
20:01
Tag
2847

Waschtag & Dreiländereck

Der Rio Cangrejal gilt als eines der besten Wildwasser Mittelamerikas. In der Regenzeit ist er oft für Wochen unbefahrbar, dann strömt das Wasser über fünf Meter hohe Steinriesen. Jetzt im März ist er gut für Canyoning, ein paar hohe Sprünge in kalte Wildwasserpools, etwas Rafting und einen ordentlichen Vollwaschgang.

Der Schutzwall meiner Herberge in La Ceiba schaut aus wie eine Kreuzung aus Velociraptor und deutschem Jägerzaun. Er hat sicher zahlreiche Bösewichte erlegt – obwohl sein Jagdgebiet innerhalb einer Gated Community liegt. Honduras bleibt das zweite unter 80 bereisten Ländern, das mir permanent Angst machte. [weiterlesen]

Sa
21:15
Tag
2843

Km 4.376: Los Piratas de Roatan!

Der Einschlag auf der alten Pirateninsel Roatan ist mehr als heftig – und vermutlich genau so, wie ihn jeder Pirat seit hunderten von Jahren erlebte: eine kleine verschworene Gemeinschaft jenseits jeglichen Gesetzes gegen den Rest der Welt, und dazu ne Buddel Rum! Die Welt kommt heute freiwillig auf die Pirateninsel Roatan. Sie schnallt nur leider recht wenig, wieviel mehr sie jetzt Pirat denn Opfer ist. Einst nutzten die Englischen Piraten Roatan als Basis für ihre Überfälle auf die 50 km südlich gelegene Spanische Kronkolonie. Wir nutzen es heute als den letzten wilden Westen vor dem Sonnenaufgang. Die Hauptstadt Roatans lautet auf den Namen des B-Klasse-Piraten Coxen. Das „Hole“ dahinter ist die letzte Bastion gegen den Immobilienwahn. Blackbeard greift zu Gilette und räubert, was die Gringo-Gier auf einen Teil des Piraten-Paradieses nur so hergibt. [weiterlesen]

Mo
21:55
Tag
2838

Honduras Roadkill

Unser Roadtrip über 750 km quer durch Honduras beginnt um zwei Uhr Morgens nahe der Grenze im Nicaraguanischen Leon. Ich geb nicht viel auf Geschichten. Ich reise. Suche die Wahrheit. Und schreibe dann darüber. Honduras ist die zweite Ausnahme in bisher knapp 80 bereisten Ländern. Ausnahmslos jede Geschichte über Honduras riet von einer dreitägigen Durchquerung mit öffentlichen Bussen ab.

Ich buche einen Nonstop-Trip mit dem Minivan für 80$. An der Grenze nach Honduras erhält das Dachgepäck um fünf Uhr morgens einen Regenschutz.  Ein vielgereister Ami belehrt mich eines besseren: „Wäre keine Plane über dem Gepäck, würde es an Ampeln stehend direkt vom Dach geklaut werden“, erzählt er mir, während ich zu grenzüblichem Mist-Kurs einige Dollar bei einem Mann mit einem zehn-Zentimeter-Bündel Lempiras wechsle. [weiterlesen]

So
00:34
Tag
2837

Leon: Viva la … que?

In zehn Tagen kann man sicher kein Land begreifen. Doch wenigstens den Ansatz seiner Seele zu erkennen hatte ich mir erhofft. Aber ich wurde aus Nicaragua nicht schlau. Im Gegenteil. Ich bin verwirrter als vorher.

Nicaragua ist wie seine Restaurants. In jedem gibt es wenigstens 100 Gerichte: Schwein, Rind, Hühnchen oder Fisch, kombiniert mit Reis, Pommes, Bohnen oder Gemüse. Eine unendlich gleiche ermüdende aussagelose Vielfalt. Auf das Essen wartet man stets wenigstens eine Stunde, während fünf Kellner gelangweilt rumstehen. Dann wird das Essen kalt serviert und man wartet wieder eine halbe Stunde auf die Rechnung. [weiterlesen]

Mi
04:14
Tag
2833

Nicoya Soulsister

Mit manchen Menschen planst du Reisen für Äonen. Andere Reisepartner finden dich binnen Augenblicken. Beide haben eines gemeinsam: Du hast keine Ahnung, wo die Reise mit ihnen hinführt. Richtig Reisen ist stets unplanbar, offen und ohne Ziel.

Ich habe 17 Thailändische Tucken zu Tode gegrinst, 24 Ägyptische Aasgeier in den Schlaf geredet und wenigstens 32 Philippinische Karaokeros ins K.O. gesungen, doch in den Drückern an der Nicaraguanischen Grenze finde ich erstmals meine Meister. Ein stets wechselnder Schwarm von wenigstens fünf eloquenten Scheißhausfliegen vollbringt auf den 800 m Fußmarsch zwischen Costa Rica und Nicaragua das Meisterwerk, einem Globetrotter statt der nötigen 20 $ satte 60 $ aus der Tasche zu ziehen. [weiterlesen]

Mi
04:13
Tag
2826

Ometepe

Die mitten im Lago Nicaragua gelegene Insel Ometepe ist die bisher grösste Überraschung meiner Panamerika-Kite-Reise. In Costa Rica sagte jeder, der Wind auf Ometepe wäre viel schwächer. Er ist fast genauso stark. An fünf von fünf Tagen war ich meist mit dem Neuner Kite auf dem Wasser.

Morgens bläst der Wind meist sehr laminar mit 20 bis 25 Knoten sideon von rechts. Mittags macht er gerne Siesta. Nachmittags frischt er deutlich und auf bis zu 35 recht bockige Knoten auf. Abends und nachts ballert er gewaltig. Der Strand von Santo Domingo ist der einzig kitebare auf ganz Ometepe. Hab beide Vulkane mit der Enduro auf 80 km Schotterpiste umrundet. [weiterlesen]

Mi
22:26
Tag
2819

Km 2.256: Balla balla @ Bahia Salinas

Ich öffne die Autotür einen Spalt. Der Wind reisst sie mir sofort aus der Hand. Wenn hier ein alter knochiger Baum in der Trockensteppe stirbt, dann bricht er einfach im starken Wind in sich zusammen. Unser Beach House liegt 300m vom Spot und bietet Platz für acht Leute. Als die einzigen Gäste gönnen wir uns nach drei Wochen gemeinsam reisen dekadenterweise getrennte Schlafzimmer.

Der Wind in Bahia Salinas ist das heftigste, was ich binnen 16 Jahren Kitesurfen erlebt habe. Er weht eigentlich nie mit weniger als 20 Knoten – mit Böen von oft über +50%. Bei Flut ist der Strand komplett weg, dann gibts nur einen kleinen staubigen Spot zum starten. [weiterlesen]

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