Fr
19:37
Tag
3591

Wiener Melancholie

Ich weiss nicht mehr, wie oft ich in Wien war. Schon gar nicht mehr wie lange, und manchmal nicht mal mehr, wo genau. Wo immer ich war, wollte ich Menschen begreifen. Doch Wien scheint unbegreifbar, genau wie die Buntheit seiner Bewohner. Und das ist gerade jetzt ganz wunderbar.

Zu sagen: Verliebte reisen nach Paris, und Melancholiker nach Wien wäre viel zu einfach. Ja, Amelie ist großartig in ihrem Pariser Cafe. Aber „Before sunrise“ spielte auch zurecht in Wien. In den Putzereien wird gewaschen. Taxifahrer sind einzig zum lenken da. Die S-Bahn fährt unter der U-Bahn durch. Widersprüche sind Alltag in Wien, nicht nur für Piefkes. Abgewrackteste Boazen stehen Tür an Tür mit Nobelhotels. [weiterlesen]

Fr
10:15
Tag
3542

Hermanus & Good Bye

Unser letzter Stop ist Hermanus, eineinhalb Stunden östlich von Kapstadt. Das für Whale-Watching berühmte Hermanus strotzt nur so vor guten Restaurants. Wir genießen ein letztes mal die für Veganer eingeschränkte aber fast immer exzellente und abwechslungsreiche Südafrikanische Küche. Unser Hostel Hermanus Backpackers ist das reinste Luxus-Boutique-Hotel mit Pool, Garten, Olivenbäumen und riesiger Küche / Lounge – zu Hostelpreisen.

Am zweiten Tag in Hermanus ist noch ein letztes Mal guter Wind angesagt. Der Spot auf der Lagune hinter dem recht gut Hai-besuchtem Grotto Beach funktioniert leider nur bei den recht selten vorkommenden Windrichungen Ost (bockig, über Land kommend) oder West bis Südwest (clean). Bei Hauptwindrichtung Südost geht nichts. [weiterlesen]

Di
23:12
Tag
3539

Return to Witsand

Auf der Rückreise nach Kapsztadt machen wir nochmals Stop in Witsand. Einen Tag ist der Wind offline. Eine als Bayern verkleidete deutsche Band spielt Schunkel-Hits der letzten 100 Jahre in der Breede River Lodge. Daheim wäre es grausam, hier und mit vielen Locals, die uns ständig was anderes alkoholisches zum probieren spendieren wollen mehr als lustig.

Am zweiten Tag kommt nochmal ganz wunderbar konstanter Wind mit gut 20 Knoten über den Freestylespot in der Flussmündung. Mein Rücken macht wieder mit. Die Hangtime ist gut und das Panorama vor den Sanddünen gigantisch. Mit bis zu zehn Kitern ist der Spot schon recht voll, aber alle nehmen Rücksicht – und fahren sehr gut. Ausserdem reduziert die Anzahl deine Chancen auf den Hauptgewinn im Hairoulette. [weiterlesen]

So
21:03
Tag
3537

Knysna

Wir cruisen nochmal knapp 500 km nach Knysna in den Osten. Unsere erste Tour entlang der Garden Route endete in Mosselbay. Wir dachten da würde sich nicht mehr viel ändern. Vollkommen falsch gelegen! Die noch vor drei Wochen braun verbrannte Steppe östlich Kapstadts ist nach ein paar Regenfällen jetzt wieder grün. Spätestens ab George meint man in einem komplett anderen Land anzukommen.

Alle paar Kilometer münden über große schilfbewachsene Buchten Flüsse in den indischen Ozean. Flamingos, Störche, Reiher und Kraniche stolzieren dazwischen. Die an der steilen und bis zu 1600 m hohen Küstenkordillere 15 km landeinwärts klebenden Wolken bringen regelmäßíg ergiebigen Regen. Die Wälder von dort bis zur Küste sind so grün wie Neuseeländischer Regenwald. Es wachsen Farne und sogar der neuseeländische Weihnachtsbaum mit seinen roten Blüten. [weiterlesen]

Mi
23:31
Tag
3533

Kap der guten Hoffnung & Muizenberg

Wir checken von Blouberg aus den kleinen Sandvlei See hinter Muizenberg. Laut Anwohnern darf man dort kiten, obwohl ein Teil des Sees Vogelschutzgebiet ist. Zum Aufbauen gibt es einen Park mit Gras, Einstieg geht am besten im seeseitigen Luv über einen kleinen Sandstrand. Im Lee ist der Ausstieg steil und steinig. Der Wind ist noch offline. Wir fahren weiter.

Am bunten Strand von Muizenberg toben sich dutzende Surfer in den Wellen aus. Der Boyes Drive von Muizenberg nach Fishhoek bietet Panorama ohne Ende. Da Südafrika an manchen Orten etwas zu tief in die Tasche greift, entscheiden wir uns am Eingang zum Nationalpark Kap der guten Hoffnung für die Methode „Blinder Passagier unter massig Kite-Gepäck“. Das spart elf Euro für einen schönen aber auch recht leblosen Park. [weiterlesen]

Di
18:33
Tag
3532

Langebaan zum zweiten

Durch die Rush Hour von Kapstadt hole ich unseren neuen Mietwagen am mit dem Bus gut eineinhalb Stunden entfernten Flughafen ab. Wir siedeln über ins nahe Saltycrax Hostel. Die Besitzerin hat in den letzten Jahren ein Programm für Freiwilligenhelfer in den Townships aufgebaut. Derzeit sind in Hostel und nahen Häusern satte 70 Freiwillige untergebracht.

Unser Zimmer ist zum Glück überbucht. Das gibt uns die Möglichkeit, unsere Zeit in Blouberg deutlich zu verkürzen. Die Wellen sind mir zu herb, das Wasser mit ca. 13 Grad wirklich kalt und mehr als 25 Knoten Wind brauche ich auch nicht. Blouberg ist ein weisses Luxusghetto ohne Charme. Die Volunteers träumen vom Weltfrieden, die Kiter von den Wellen und der Rest von Sicherheit. [weiterlesen]

So
22:01
Tag
3530

Blouberg & King Of The Air

Jeder Kiter weiss, daß der größte Big-Air Wettbewerb der Kiter-Welt in Kapstadt stattfindet. Was wir nicht wussten war, daß er gerade mal zwei Kilometer entfernt von unserer neuen Unterkunft am Blouberg Kite Beach stattfindet – und zwar genau an dem Tag, an dem wir umziehen.

Die Wellen am Blouberg-Strand sind an unserem Ankunftstag mit gut einem Meter noch recht gemütlich. Der Wind knattert mit gut 20 bis 25 Knoten sideon an den breiten weissen Strand mit Traumpanorama auf den Tafelberg und Kapstadt. Wir zählen über 200 Kiter auf dem Wasser. Der Strand ist zehn Kilometer lang – aber bei den Bedingungen sind mir schon die 15 Kiter auf „meinen“ 200 Metern zuviel. Nach einer knappen Stunde Angsthasen-Kiten am Neuner hab ich genug. [weiterlesen]

Di
07:16
Tag
3525

Kapstadt

Südafrika ist bunt. Der Wechsel vom ruhigen Langebaan und dem Ende-der-Welt Chill² in Witsand mitten rein in die vier Millionen Einwohner von Kapstadt könnte nicht drastischer ausfallen. Auf der Anreise machen wir noch Abstecher über den Tradouw-Pass ins Weinland hinter den Bergen und inspizieren einen potentiellen Flachwasserspot bei Hermanus.

Unser Hostel sah etwas vom Schuss aus. Tatsächlich liegt das Cat and Moose mit seinen schönen alten Räumen mitten im Herzen der Long Street. Die Long Street ist die Bourbon Street von Kapstadt, eine ungaubliche Partymeile mit unzähligen Restaurants, Kneipen, Live-Clubs und feinen House-Schuppen. Da wir auch noch übers Wochenende gebucht haben ergibt sich ein recht heftiges Tag & Nacht Doppel-Programm. [weiterlesen]

Mi
09:44
Tag
3519

Witsand

Südafrika ist riesig. Unser Weg führt gute fünf Stunden vorbei an Kapstadt Richtung Osten auf der Garden Route. Auch auf der Indischen Seite ist das Land sehr trocken. Es hat seit Monaten keinen Tropfen geregnet. Auf dem Sir Lowrys Pass gehen Affen dem Mundraub nach. Der Staudamm dahinter ist auf 40% Füllstand gesunken. In 80 bis 90 Tagen geht Kapstadt das Wasser aus.

Nach gut 400km durch unendliche Weiten abgeernteter Weizenfelder folgen wir dem Schild nach Witsand. Die letzten 50 km führen über eine an beiden Seiten von Straussenfarmen gesäumte Highspeed-Schotterpiste. Das kleine Dorf Witsand liegt sehr idyllisch an der Flussmündung des Breede River, einer der größten Flüsse Südafrikas. Die 300m breite Mündung zaubert hinter großen Dünen einen der schönsten Flachwasser-Kiteposts weltweit. [weiterlesen]

So
12:58
Tag
3516

Langebaan

Südafrika ist eigenartig. Nach 150km mit 3 Kurven durch eintönigste Brasilianische Pampa kommen wir in Langebaan an. Langebaan sah auf der Karte aus wie eine Großstadt, doch 90% der Häuser sind nur Ferienhäuser, und sie stehen selbst mitten in der Hochsaison alle leer – hinter dicken fiesen Zäunen auf viel zu viel leerem Platz.

So eigenartig die Umgebung ist, so wunderbar sind die Menschen. Der erste ist Däne Per. Sein Vater Poul war mit 88 der älteste Kiter der Welt. Er starb glücklich in seinem Wetsuit an einem Herzinfarkt. 150 Kiter versammelten sich in einem Kreis im spiegelglatten Dänischen Meer, wie König Arthurs Tafel in XXL. Sie verstreuten seine Asche. Plötzlich fing das tote Meer an zu leben. [weiterlesen]

Sa
13:21
Tag
3235

Kitespots Sardinien

Porto Pollo ist nur der berühmteste aber bei weitem nicht der beste Kitespot Sardiniens. Aufgrund der Düse zwischen Korsika und Sardinien bläst der Wind hier bei Mistral meist mit 5 bis 10 Knoten mehr als an der nördlichen Westküste – ist aber auch deutlich bockiger, vor allem bei Mistral mit Südeinschlag. Porto Pollo funktioniert bei allen westlichen Winden, der Hauptwindrichtung auf Sardinien.

Der Strand ist breit, grober Sand ohne Steine und andere Hindernisse – zumindest in der Nebensaison. Es gibt überhaupt keinen Stehbereich. Die Wellen sind gerade bei starkem Wind über 25 Knoten recht kabbelig, große kommen aber nicht in die Bucht rein. An manchen Tagen kommen sie wie in einer Badewanne aus allen Richtungen – vor allem nahe der Isola dei Gabbiani. [weiterlesen]

Do
23:38
Tag
3226

And I could walk 5000 years!

Der Sardische Wind zeigte vorgestern erstmals Zähne an der Westküste im UNESCO Weltkulturerbe der Jahrtausende alten Minen von Sulcis Iglesiente. Voll offshore bläst er mit 15 bis 30 Knoten bockend westlich Iglesias über die alten Silberberge und steilen Klippen mit bis zum Wasser reichenden Mienenruinen auf’s Meer hinaus. Mein Frühstücksbaguette fliegt baden.

Die Küstenstrasse nach Norden führt über atemberaubende Achterbahnen in steilen Hängen durch alte Bergarbeiterstädte wie Nébida. Die Stichstraßen in die Mienen über Buggeru sind vollkommen ungesichert und bieten daher weite Ausblicke. Auf der Autobahn bremsen die Sarden wirklich jeden Furzhuppel mit 30km/h aus – aber wenn du einen Jeep und Scheuklappen brauchst, um einen Berg raufzukommen, steht unten garantiert nichts. [weiterlesen]

Mo
20:13
Tag
3223

Emmentaler auf Sardisch

Der Fahrstil eines Volkes verrät viel über seine Seele. Das gilt besonders für Philippinos in Manila, Dominikaner Samstag nachts und Vietnamesen auf dem Weg zu Beerdigungen. Und für Sarden generell immer. Die wildesten Gebirgsstrassen sind relativ dezent reglementiert. Doch sobald sie breit, sicher und gut ausgebaut ist: bremst dich der Staat auf die Hälfte dessen aus, was in Deutschland normal wäre. 50 km Tempo 50 ist die Peitsche für die Sarden!

Ihr Rasen scheint der letzte Aufschrei gegen die Fremdherrschaft zu sein. Fährst du auf Sardinien legal, sollte alle deine Aufmerksamkeit dem Rückspiegel gelten. 25% über der Höchstgeschwindigkeit ist das absolute Minimum, um nicht permanent gescheucht zu werden. 50% drüber ist der auch für Rentner gültige Standard. Rasen definiert der Sarde mit wenigstens 75% über dem Limit. [weiterlesen]

Sa
21:22
Tag
3221

Sardinien schläft

Wie ein Geier ziehe ich in meinem Panda immer enger werdende Kreise auf der Suche nach meiner ersten Unterkunft auf Sardinien. Fehlende Adressen sind kein Problem. Dazu werden Sie erst, wenn man keine Menschen findet, die man nach dem Weg fragen kann. Alles ist geschlossen, die Straßen völlig leer, die Häuser verbarrikadiert.

Zwar sprechen auch heute wenig Italiener Englisch, aber sie verstehen mein Spanisch – und ich ihre Italienischen Antworten, zumindest gut genug um festzustellen, dass jede Antwort in die entgegengesetzte Richtung der vorherigen weist. Sardinien schläft noch tiefsten Winterschlaf. Ich bin Universalsolist beim Essen, fahren, laufen und reisen. Es ist kalt und regnet, aber ich fühle mich wohl. [weiterlesen]

Di
17:49
Tag
3175

Vergesst Sansibar!

Auf gerade mal einer Woche guten Wind folgt umgehend die nächste Woche Permaflaute. Notgeilen Kitern fallen die Flügel bei acht Knoten aus dem Himmel. Ein böser Mageninfekt versucht mir einige Tage jedes Essen zum falschen Ende rauszudrücken. Bei Höchststand der Flut laufe ich über einen Knacksfolien-Teppich aus tausenden Quallen ins acht Kilometer nördlich gelegene Dongwe. Ärmste Dörfer und Müllhalden am Strand wechseln sich ab mit leerstehenden Luxusresorts.

Paje ist auf einmal komplett verlassen. Sprünge jetzt noch Jack Nicholson irre grinsend mit einer Axt hinter einer Palme hervor, würde ich ihm einfach meinen Bauch hinhalten: „Da, kannst haben, is eh scho kaputt.“ Der Friedhof von Paje ist gleichzeitig die Müllhalde, und ganz Paje ein Friedhof. [weiterlesen]

Fr
16:53
Tag
3164

Kiten mit Quallen

Alle Locals und Langzeit-Kiter sagen, dass der Wind auf Sansibar seit Dezember 2015 aussergewöhnlich schlecht war. Am Ende meiner zweiten Woche mit bisher gerade mal drei guten Tagen kommt er endlich an. Sechs Tage bläst der Wind jeden Tag einige Stunden mit 14 bis 22 Knoten. Wir haben viel Spass im Flachwasser am Strand und in den bis zu zwei Meter hohen Wellen am äußeren Riff.

Die z.B. auf Kitereisen veröffentlichte Windstatistik machen falsche Hoffnung. Für Januar gibt sie fast 100% Gleitwind. Selbigen definiert sie mit 4 Beaufort = 11 bis 15 Knoten. 11 Knoten werden auch tatsächlich fast jeden Tag erreicht, für ein paar Stunden, und oft nur in Spitzen. Selten wird der Grundwind deutlich stärker. Seit Mitte Dezember 2015 gab es wenige Tage mit wenigstens 15 Knoten Grundwind. [weiterlesen]

So
12:31
Tag
3159

Touring Sansibar

Am dritten Tag brauch ich den Roller endlich mal nicht nur, um mehr Geld abzuheben. Ich fahre in den Norden der Insel. Sansibar ist hier richtig tropisch grün. Mir fällt auf, wie sehr mich die eintönig flache Waldlosigkeit in Paje bedrückte. Der Weg führt durch Zuckerrohrfelder und Gewürzplantagen im dampfenden Dschungel. Eine Gewürzfarm-Führung mit Verkostung von frischem Ingwer, Zimt, Muskat, Pfeffer, Nelken, Maracuja, Sternfrucht und Vanille heitert mich weiter auf.

Die Sansibaris im Norden wirken glücklicher als die im trockenen Armenhaus Südsansibars. Schlumpfige Schulkinder in blauweissen Uniformen wandern über die Straßen ärmlichster Dörfer. In einem knalle ich mit 80 km/h auf einen leicht zu übersehenden hohen Bremshügel. Den Abflug kann ich vermeiden. Einen weiteren Platten fünf Kilometer weiter im tiefsten Urwald nicht. [weiterlesen]

Do
20:26
Tag
3156

…einfach mal Geld abheben

Sansibar ist fast wie eine Weltreise vor 100 Jahren. Ich lasse das Meeresrauschen vor meiner Strandhütte den Tinitus verprügeln und ergebe mich den Gegebenheiten. Davon gibt es sehr wenig, in jeder Beziehung. Seit drei Tagen bin ich komplett offline, der Wind genauso. Die Zeit will genutzt werden. Ich miete einen Roller.

Die Ausgabe nebst dank Bestechung blanko vorbereiteter lokaler Fahrerlaubnis vollstreckt sich in der Geschwindigkeit eines von der Nasenspitze fallenden Schweröl-Schweißtropfens. Nach zweieinhalb Stunden breche ich auf. Der Arsch der Welt befindet sich gerade mal 15 km hinter Paje. Tiefstes zentralafrikanisches Hinterbuschland. [weiterlesen]

Do
23:32
Tag
3149

Der Sansibar Blues

Ich sitz morgens im Schatten und blas nach oben Richtung Brille. Das ist das einzige, was gegen permanentes Beschlagen nach einem heftigen Gewittersturm in der Nacht zuvor hilft. 34°, 95% Luftfeuchte, Windstille. Positiv: Die Sansibarischen Moskitos sind alle Nichtschwimmer, und schwimmen ist das einzige was in dieser Luft geht.

Das Dach meiner Palmblatthütte in der Demani Lodge hat ein Leck. Zum Glück genau über meinem Kopf. Spart die Morgendusche, und selbige ist nicht immer verfügbar. Nach einer halben Stunde bin ich zwar sauber – weiterschlafen geht so aber leider auch nicht. Das Bett zerfällt beim Wegschieben. Der Zusammenbau in der Dunkelheit des Stromausfalls gestaltet sich dermassen anstrengend, daß ich erst nach insgesamt 14h wieder aufwache. [weiterlesen]

Mo
17:37
Tag
3146

Terminal: Muskat, Oman

Brennende Gasflammen der Ölbohrtürme verwandeln die Nacht über Iran in einen morgenländischen Weihnachtsbaum. Danach winden sich  festbeleuchtete Lichtschlangen-Straßen hinter Dubai in die Wüste. Kurz darauf landen wir in Muskat. Oman Air erhält für den Flug im neuesten Dreamliner nach Sansibar gerade mal 27 der 203 €. Über Öl-Wunder wundert man sich nicht.

Ich schlafe am Flughafen ein und träume von einem Türken, der zwei Thailändischen Working Girls aus Pattaya die Vorzüge von Chicken-Döner erläutert. Langsam erwachend bin ich hellauf begeistert, so einen Bockmist doch nicht geträumt zu haben. Er passiert gerade live neben mir. Jetzt tauschen sie Massagepreise aus. Spontanes Grinsen verhindert weiterschlafen.

[weiterlesen]

Mo
17:06
Tag
3139

Oh Wienna!

Die Westbahn von Salzburg nach Wien stellt bei DB-geschädigtes Zugfahr-Weltbild völlig auf den Kopf. Der Zug  fährt im Bahnhof einfährt. Pünktlich, bei unter Null Grad! Jeder Fahrgast bekommt einen Tischplatz mit Stecker zu einem guten Preis – ohne Reservierung, und gezahlt wird mit EC beim freundlichen Steward statt beim rotzigen Schaffner. Gratis Wifi schaukelt uns sanft und schnell nach Wien. Legendäre Deutsche Qualitäten machen Urlaub in Österreich.

In der ersten Nacht erlegen wir eine Legende. Der alte Türsteher in purpur-Weste bittet abzulegen. Mit Blick auf meine alte Jeans verkündet er die Gewandordnung – aber hat nach einem weiteren kritischen Blick auf mein Austro-Turk-„Friseur“-geschändetes Haupthaar wohl doch Mitleid. Wir entern die Eden Bar. [weiterlesen]

So
22:55
Tag
3012

War!

Satte House Beats dröhnen heftig über das Ende des einsamen Strandes kurz vor der Albanischen Grenze. Glückseelige Menschen träumen müde vom Tanzen auf Sand. Ich bin mitten drin und ganz woanders, will heute nacht einfach nur noch schreiben, schreiben bis der Akku meines uralt-Handies leer ist. Schreiben, bis ich endlich leer und ruhig bin.

Montenegrinischer Wein ist gut, und er floss heute mehr als reichlich. Der lokale Houseparty-Koksdealer reagiert fast schon mitleiderweckend enttäuscht auf die bescheidene Abweisung dieses weiss-belaibten No-Pats. Sein Umsatz kommt heute garantiert noch, die Massen schreien nach dem Vergessen von Nichts, während ich mich ansatzweise verzweifelnd daran versuche zu erinnern, wie wir hierherkamen. [weiterlesen]

Mi
09:06
Tag
2882

Zeichenkodierung & Gambio Update >2.1

Sie haben Ihren Gambio Shop vor Version 2.1 geupdated und alte Daten importiert? Ist die Zeichenkodierung defekt? ÖÄÜß werden falsch dargestellt? Mit der Version 2.1 stellte Gambio endlich auf die internationale Zeichenkodierung UTF-8 um. Durch den import ihrer alten Daten wurde jedoch auch die alte Zeichenkodierung mitimportiert, diese war ISO-8859-15.

Den Fehler beheben Sie wie folgt: Gambio Admin, Länder / Steuer, Sprachen / Deutsch -> Bearbeiten / Zeichenkodierung iso-8859-15 ersetzen durch utf-8. Danach den Shop-Cache leeren und aulsoggen und neu einloggen.

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Di
23:46
Tag
2867

Panamericana, km 6.547: Going home

The Panamericana was the hardest voyage I’ve ever done. Even island hopping in the most remote places of the Philippines was usually way much easier. Sure, ten weeks are by far not enough time for even just the few spots I visited in seven different countries. First, Copa Airlines denied the transport of my kiteboard after 7.5 hrs in their hotline. I had to buy a split board. Then Condor lost all my other baggage for three weeks – thanks for the 490 €!

My laptop’s display broke right after the start when trying – but unfortunately not finishing – a backflip from the top bunk bed. The external replacement monitor i bought was good for many laughs in cherished places when cursing the almighty inavailability of an internet connection. For the first time in years of travelling my webdesign clients had good reasons to be angry with me. [weiterlesen]

Di
17:57
Tag
-2747

Isla Holbox

Holbox ist die letzte Überraschung meiner Panamericana-Reise. In Belize meinte ein Schweizer: „Da bläst der beste Wind Mexicos!“. Recht hatte er. Jeden den Tag 16 bis 23 Knoten und schöne Wellen nebst zehn Kitebuddies auf Holbox werden mein letztes Kiter-Paradies.

Bis 2013 war Kitesurfen auf dem größtenteils unter Naturschutz stehenden Holbox komplett verboten. Heute dürfen wir kiten – gegen 10 € Windnutzungsgebühr, und nur an einem einzigen Strand eineinhalb Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Der Wind kommt fast immer aus Ost, der Kitebeach liegt dann sideoff in der Leeabdeckung der Insel. Einzige Option: jeden Tag für 14 € mit dem Kiteschul-Boot sieben Kilometer ums Insel-Eck. [weiterlesen]

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