Unendlichkite @ Beauduc

2509
2018
Di
21:23
Tag
4127
309 views

Über kurvige Nebenstraßen geht es durch die letzten Ausläufer der französischen Alpen hinunter ins Rhônetal. Hier liegt die Wiege des Mistrals, einem der mächtigsten Windsysteme Europas. Zuerst zittern die Weinberge. Schlösser, Aquädukte und Mittelalterliche Dörfer ziehen an Achterbahnen vorbei. Dann wiegen sich die Pappeln. Das Land wird immer flacher. Aus Bergen werden Hügel.

Ab Arles geht das Land über 50 Kilometer so fließend wie nirgendwo anders auf der Welt in Wasser über. Die Abstände der Dörfer vergrößern sich zwischen im starken Wind wogenden letzten Baumreihen. Gähnende Stiere und äsende Schimmel auf den letzten festen Wiesen vor dem Meer. Dann schleicht sich ganz langsam das Wasser über Kanäle zwischen Binsen ins Land. (mehr …)

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Schweizer Käse @ Leucate

2209
2018
Sa
20:21
Tag
4124
362 views

In zwei langen Fahrten von bis zu acht Stunden gehts über Barcelona in das kleine französische Backcountry Dorf Durban-Corbières nahe Leucate. Ein Supermarkt, ein Restaurant und ein verfallenes Schloss in Mitten von Weinberge bremsen meine bisher 7.000 km gemütlich runter. Überall holen die Weinbauern ihre Ernte in Playmobil-Traktoren ein.

Der schrullige Herbergsvater sortiert vor seinem uralten Natursteinhaus Kassetten unter Feigenbäumen. Von drinnen tönt Mambo aus den 50ern. Ich bin der einzige Gast. Ein Schloss strahlt einsam gold im Sonnenuntergang während der Mond hinter den Weinbergen aufgeht. (mehr …)

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Al Andalus

1709
2018
Mo
11:48
Tag
4119
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Die guten Reisefreunde sind schon längst wieder zuhause. Dankbarkeit öffnet die Augen. Magie ist nicht planbar. Sie passiert. Nach fünf Stunden komme ich in Almeria an. Checkin in einer stockfinsteren klimatisierten Hochhauswohnung hinter drei verschlossenen Türen pro Laufmeter Flur. Es duftet nach Räucherstäbchen, und schon bei der zweiten Kontaktaufnahme findet der dichte Hausherr kaum seine Hosen hinter der Tür.

Ab an den ersten Strand, Costacabana, eine grausame Urbanizacion im Nichts vor dem Flughafen. Der Wind passt. Die einzige Familie am Strand hilft beim Starten. Drei junge Töchter kommentieren jeden noch so kleinen Sprung mit euphorischem Jubel. Er verstärkt sich, als ich jede am Kite einzeln durchs Wasser ziehe. Auch der Papa mit riesen Zahnlücke will zuletzt mit. Alle Töchter wollen ein Autogramm, mit Herzerl, „meiner besten Freundin“, auf einen Stein, und an der Küste zieht die Wärme abgelegener Philippinischer Inseln vorüber. (mehr …)

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Tarifa

1309
2018
Do
23:44
Tag
4115
373 views

Eigentlich sollte man meinen, daß dank der Erderwärmung unter Trumps Hintern – verbunden mit mehr Wetterextremen – auch der Wind global zunehmen sollte. Vielleicht tut er das ja auch. Aber eben nicht dort, wo man ihn erwartet. Die bisherige Reise über mehr als 5.000 km in Schweiz, Frankreich, Nordspanien und Portugal bot sehr wenig Wind. Ich hatte gerade mal vier kitebare Tage – und ich spreche von nur einem wirklich guten Tag.

Nachdem selbst an meinem allerersten Kitespot Lagos, wo ich vor 19 Jahren beim ersten Ritt auf einem 2,20 m Waveboard dank einem Jahr vorangegangenen Trockenübungen gleich einen netten Kilometer downwind hinlegte absolut kein Wind aufkam – fuhr ich direkt weiter nach Mekkarifa. Doch selbst in Tarifa gabs mit seinen 300 Windtagen im Jahr zu Beginn erst mal vier Tage Flaute. (mehr …)

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Oh Europe, Where Art Thou?

3108
2018
Fr
6:12
Tag
4102
185 views

Eine Dachterrasse in Lissabon. Halb sechs Uhr morgens. Ich sollte schlafen. Doch vor einem Monat habe ich mich wohl in Frankreich unter ein Nest von Prozessionsspinner-Raupen gesetzt. Jetzt juckt der ganze Körper wieder höllisch. Also kratze ich. Bis auf’s Blut. Auf einmal kommt mir der politische Kommentar eines dieser Facebook-Freunde, die man eigentlich gar nicht kennt so vor, als hätten wir Deutschen uns kollektiv um 1928 in ein Nest gesetzt. Wir kratzen immernoch. Also schreibe ich.

Ich bin Autist. Ich bin Reisender. Das was ihr Heimat nennt ist für mich meistens nur ein Ort, an dem mich in meiner eigenen Sprache kaum einer versteht – sollte es überhaupt etwas geben, über das wir zusammen sprechen wollten. Ich polarisiere, verschrecke, und manchmal schaffe ich es sogar Frauen über 3.500 km mit einem mir selbst unbegreiflichen magischen Spruch wegzuzaubern. Auf Reisen spricht jeder eine andere Sprache. Nicht verstanden zu werden ist hier Alltag für jeden. Reisen ist meine einzige Heimat. (mehr …)

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Guerra na Guincho!

3008
2018
Do
14:10
Tag
4101
447 views

Nach wenig guten Windtagen auf der gesamten Iberischen Atlantikküste freut sich meine platte Bandscheibe über die Vorhersage am thermisch aktive Strand von Guincho. Kurz vor Mittag luscht der Wind noch 200 m vor dem Strand herum. Dann dreht er schlagartig thermisch leicht nach west und nimmt rasch zu. Ein leichter Schweizer wird am 10er über den Strand gerissen. Ich baue in bockigen 24 Knoten den 9er Rally auf.

Am 200 m entfernten leeseitigen Ende des Strandes sorgen sieben Meter hohe Klippen laut Locals für kräftigen Luvwirbel und nette Brecher. Zudem zieht dort die Südströmung im Wasser stark an. Wenn man abtreibt ist die einzige Landemöglichkeit ein 50 m breiter und mit reichlichen Felsen garnierter Strand 200 m weiter im Lee. Die Locals raten dort nur mit eingeholtem Schirm rauszuschwimmen.

Die Waveboards hier sprechen eine klare Sprache: kaum eines ist länger als mein Twintip, alle schmaler. Viele haben Schlaufen. Die meisten fahren heute sechs oder sieben Meter. Der erste Kiter semmelt nach einem verbockten Sprung seinen Kite in anfänglich noch beherrschbare eineinhalb Meter Welle. Er kommt nicht mehr hoch und treibt bis zum Strand.

Seit letzter Woche haben mir zwecks Bandscheibe immer lieben Menschen den Kite aufgepumpt. So auch heute. Sie zittert trotzdem voll der Vorfreude. Ich gehe raus. Schon die erste Welle schleudert mich mitten zwischen einige Surfer. Sie sind freundlich, aber fast so verängstigt wie ich. Weiter im Luv loopen Windsurfer vier Meter hoch über mächtige Wellen.

Am offenen Meer brechen die Spitzen von bis zu zweieinhalb Meter Dünung im Wind. Der wird immer stärker und bockt schon bald von einigen Minuten Windlöchern um die 15 Knoten abgesehen mit heftigen 25 bis 35 Knoten an den Guincho. Mit zunehmendem Wind gehen fast alle Surfer raus. Die jetzt bis zu zwei Meter hohen und schnell brechenden Wellen gehören alleine fünf Kitern – und damit ist der Guincho schon recht gut gefüllt.

Ein lokaler Lauser loopt seinen 7er Dice wie ein Verrückter im Flachwasser hinter den Wellen auf knapp 15 Meter hoch. Ein anderer Kiter bricht sich bei einem Crash das Bein und wird vom Krankenwagen abgeholt. Alle Kites gehen mehrfach baden, nur wenige lassen die Wellen wieder gehen. Die Nortada reißt meine jodelnde Bandscheibe über die Wellenkämme. Mein Kite bleibt trocken, aber ich geh oft baden.

Ich hab in immer heftiger werdenden Böen zum ersten Mal seit ziemlich genau 20 Jahren kiten einfach nur eineinhalb Stunden lang permanent Angst. Ein paar kleine Kicker sollten mich voll depowert nur auf zwei bis drei Meter schleudern. Es werden fünf, immer wieder, mild angefahren. Nach unten schwebend ziehst du einmal kurz an der Bar…und schon lupft dich die nächste Böe nochmal ein paar Meter rauf. Ich stehe absolut nichts.

Als die Böen auf über 40 Knoten raufgehen reicht es einfach. Die letzten zehn Meter Strand vor der Flutlinie steigen am Guincho steil an. Durch einen mächtigen Shorebreak spuckt er mich an Land. Ich zittere. Das war Krieg. Mein Meister. Heftigste Session in 20 Jahren Kiten. Guerra na Guincho…

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Muxia

1408
2018
Di
20:32
Tag
4085
139 views

Die Wolken hängen tief am nordwestlichen Ende von Spanien. Auf dem vierten Dorffest in vier Tagen spielen Galizier in Tracht Dudelsack. Ich esse Muscheln im angenehm kühlen Regen. Wäre nicht die lustige Sprache hier, die genau in der Mitte zwischen Spanisch und Portugiesisch liegt wäre das hier Schottland: alte Steinkirchen über der Felsenküste und viel Grün um das kleine Fischerdorf Muxia.

Das Ende des Jakobswegs, Santiago de Compostela, liegt gleich ums Eck. In meiner Herberge bin ich der einzige Kite-Pilger. Alle anderen sind Hatsch-Pilger. Sie hatten in Santiago di Compostela mit bis zu 800 km in den Beinen noch immern nicht genug – und machen noch eine kleine 120 km Nachspielzeit bis ans Ende der Welt in Fisterra. (mehr …)

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Embalse de Ebro

0908
2018
Do
19:54
Tag
4080
575 views

Im nordspanischen Kantabrien springen die Berge direkt aus dem Atlantik auf über 1.000 m. Auf den nahen bis zu 2.400 m hohen Picos de Europa liegt selbst im Hochsommer noch Schnee. Das unglaublich grüne Land leuchtet im eigenartigem Sonnenlicht auf der Netzhaut wie Ahoi Brause auf der Zunge britzelt. Endloser blauer Himmel und das Meer legen eine Prise Tiegerbalm drunter und drüber.

Der Embalse de Ebro liegt gerade mal 50 km von der Küste entfernt auf 800 m in einem ganz anderen verlassenen Land. Die uralten Häuser sind aus Stein gebaut. Darin hängen Bilder von zwei Metern Schnee auf der einzigen Dorfstraße. Selbst jetzt im Hochsommer kratzt das Thermometer nach 42°C in Bilbao an nur angenehme 17°C – von unten. (mehr …)

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Zahlweise im Betreff Email-Bestätigung

1204
2018
Do
13:33
Tag
3961
2483 views

Wenn Sie die Zahlweise einer Bestellung im Betreff der Bestellbestätigungs-E-Mail an den Kunden einfügen wollen, so ist in Gambio GX2 / XT-Commerce / XT-Modified nur eine kleine Änderung am Mailscript nötig. Auch für Gambio GX3 haben wir das passende Kochrezept für Sie.

Anleitung für Gambio GX2 / XT: Öffnen Sie die Datei /send_order.php. Suchen sie nach folgendem Code:

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km 16.371: Buenos Aires / Going Home

2401
2018
Mi
16:23
Tag
3883
1198 views

Nach drei Monaten mit mehr als 16.000 km über Land und Wasser geht meine bisher größte Reise in Tango Town Buenos Aires zu Ende. Ich ziehe ein letztes Mal zu Fuss viele Kilometer weit in abgelegene Gebiete. Am Rande von La Boca wirkt die dritte Anwohner-Warnung, ich möge doch bitte meine Spiegelreflex verstecken. Die Straßen sind verbarrikadiert und die Gestalten lassen tatsächlich das erste mal seit Jahren meine Alarmglocken bimmeln.

Buenos Aires überrascht mich mit der breitesten Allee der Welt, tausend Statuen, großen Parks voller Kautschuk-Bäume und einer wunderbar quirligen Mischung aus aller Herren Länder. Die Mansarden-Paläste versetzen dich ins Paris des frühen 19. Jahrhunderts, die entgegen dem Verkehr linksläufige U-Bahn nach London. In drei Tagen steige ich nur ein einziges mal in die richtige Richtung ein. (mehr …)

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Wenn Katzen tanzen könnten…

2301
2018
Di
1:57
Tag
3882
469 views

…dann würden sie Tango tanzen. In einem Swingerclub. In Buenos Aires. Nach Monaten in der Dominikanischen Republik und den heiligen Sonntagen unter schwuler französischer Regie von Thiery im ehemaligen Regensburger Hafenpuff dachte ich ernsthaft, Salsa wäre der erotischste Tanz der Welt. Ich lag sowas von falsch! Salsa ist einfach nur pornographisches Paar-Wichsen. Tango ist Sex.

Heute. Hier. Buenos Aires. Vermutlich der einzige kleine nicht-kommerzielle Tango-Schuppen in der 15-Millionen Tango-Metropole. Ich finde das Café Vinilo nach langer Suche im Internet, eine halbe Stunde vor Beginn und fünf Kilometer weiter. Zuerst schaue ich nur. Ich bin gut im Muster erkennen. Ich erkennen kein einziges. Jeder tanzt andere Schritte zu anderen Rythmen. Individualistisch wie Katzen. (mehr …)

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tango

Córdoba

2101
2018
So
22:04
Tag
3880
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Eine Freudin, die ich vor einigen Jahren in Brasilien kennenlernte, lädt mich nach Córdoba ein. Ich schaue gerne vorbei und werde nach dem ersten wegen massivem Platzmangel wirklich beschissenen Nachtbus von ihr am Terminal abgeholt. Ihre Wohnung im elften Stock mit Blick über ganz Córdoba ist das Panorama-Webdesign-Büro der Reise.

Sie arbeitet als Moderatorin bei TV und Radio. Zu ihrem Geburtstag schenkt sie mir eine Führung durch alle Studios. Ich fühle mich wie auf Kindergartenausflug: die Welt ist groß, spannend und unendlich interessant. Im Internetloch der Cuesta Del Viento blieb restlos alles an Arbeit liegen. Hier im Panorama über Córdoba arbeite ich vieles ab und höre ihr dabei im Radio zu. (mehr …)

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50 kn @ Cuesta Del Viento

1601
2018
Di
23:33
Tag
3875
515 views

Poetische Orte sind schwer zu erreichen. Für die Anreise nach Cuesta Del Viento benötige ich 33 Stunden, vier Busse und einen lieben motorisierten Local. Ich komme im wunderbaren Hippie-Hostel Lamaral in der Mitte von Nirgendwo an. Die Mitte liegt kurz vor der Chilenischen Grenze. Ihr Name bedeutet „Anstieg des Windes“. Die stärksten Winde Argentiniens blasen hier jeden Tag mit 25 bis 50 Knoten über den gerade mal 20 Jahre alten Stausee.

Der Jefe persönlich macht mir das Bett in der einfachen Unterkunft. Danach drückt er mir ein Bier in die Hand. Kaum ist das mit meinem Steirischen Zimmernachbarn geleert, zieht die gesamte bunte Bande zum Abendessen ins nächste Restaurant. Die Feier geht lang. Sterne schnuppen, Wein glüht, Gitarren klampfen und Dübel halten Bilder vom Wind an den Wänden. (mehr …)

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Road Tripping

1201
2018
Fr
14:09
Tag
3871
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Der nächste Teil der Reise führt mit vier Bussen und zwei Taxis über gut 1.600 km und 33 Stunden bis weit in den Norden von Argentinien. Alle 100 km unterbricht eine Kurve die unendliche Gerade bis zum Horizont. Zwei Monate lang fuhr ich auf der Andenwestseite nach Süden, jetzt östlich von ihnen nach Norden.

In der Mitte strahlen die Gipfel der Anden im Sonnenaufgang. Auf der einen Seite steigen sie langsam über hunderte Kilometer an. Auf der anderen machen sie zack! bumm! und sind nach tausenden Kilometern flacher Pampa bis zu 6.000 m hoch. (mehr …)

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Bariloche

1101
2018
Do
22:18
Tag
3870
481 views

Die Reise nach Argentinien ab Chiloé geht mit drei Bussen und einer Fähre fast 500 km und dauert gute 13 Stunden. Das Chilenische Patagonien verabschiedet mich nach elf regnerischen Tagen mit reinstem Kaiserwetter. Die Grenzer winken uns schnell durch, dann geht es über vulkanische Pässe vorbei an Wäldern von Baumleichen des letzten Ausbruchs runter nach Bariloche.

Alles ist hier Schweiz: die mächtigen Tannen, die tiefblauen Seen, die aus Natursteinen und ganzen Baumstämmen erbauten Luxusresorts, die teuren Autos davor – und die Preise. Geld abheben am Automaten kostet mindestens sechs Prozent, weniger Geld oder falsche Bank gerne auch mal 15%. Kreditkarten akzeptiert kaum wer. (mehr …)

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km 12.248: Südpol einer großen Reise

0701
2018
So
14:26
Tag
3866
439 views

Ich lasse zum zweiten mal nach dem Machu Picchu Inca Jungle Trail fast all mein Gepäck zurück. Fünf Kilogramm statt 40 fühlen sich nach deutlich mehr als minus 35 an. Gut 25 kg Kitematerial habe ich für bisher gerade mal 12 Tage am Wasser über mehr als 12.000 km hinter mir hergezogen. Deutlich zuviel. Die Reise mag ohne Kiten vor kalbenden Gletschern enden. Aber nicht mit nur 12 Tagen am Wasser!

Ganz im Süden Chiloés liegt die Kleinstadt Quellon. Von hier aus läuft eine Fähre mehrere Häfen auf abgelegenen Inseln und das Festland im südlichen Patagonien an. Die Naviera Austral wurde erst letztes Jahr für Touristen geöffnet und ist mit 30 € für 24 Stunden die einzige günstige Fähre der Region. Die großen Touristenfähren nehmen leicht das Dreifache. (mehr …)

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Puerto Montt & Chiloé

0501
2018
Fr
23:15
Tag
3864
414 views

Puerto Montt ist die letzte große Stadt auf den nächsten 1.000 km in den wilden Süden Patagoniens. Der Wind dreht auf die ungewöhnliche Richtung Nord, und damit voll offshore nach Feuerland. An Kiten ist bei zehn Grad in permanenten Regen nicht zu denken. Ich genieße die letzten Funken Zivilisation mit Star Wars auf Spanisch im Kino. Die Chilenen irritiert mein herzliches Lachen zu Yodas „Los libros, ¿leido has?“.

Mein großer Traum von 2.600 km Schotterpiste Carretera Austral runter bis ans Ende der Welt in Villa Ol’Higgins platzt. Weder die lieben Chilenen in einer großen Facebook Backpacker-Gruppe noch das Aushängen von Gesuchen in zahlreichen Hostels und Tourist Infos bringt etwas. Ich finde keinen zweiten Fahrer und muss wegen gestohlenem Führerschein den Mietwagen abbestellen. (mehr …)

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Puerto Varas

0201
2018
Di
23:04
Tag
3861
442 views

Das fünf Stunden südlich von Pucon gelegene Puerto Varas am Llanquihue See ist eine der letzten großen Städte vor den unendlichen Weiten Südpatagoniens. Im Margouya Patagonia Hostel, einem gut hundert Jahre alten herrschaftlichen Haus verbringe ich einige Tage über Silvester. Die Französischen Besitzer haben das Anwesen in einen wahren Backpacker Himmel verwandelt: Kaminfeuer, freistehende Badewannen und eine am Ferseher hängende Festplatte mit massig guten Filmen sind eine willkommene Abwechslung zum schnellen Reisen.

Puerto Montt macht leider den gleichen Fehler wie Pucon: es versaut seinen von alten Holzhäusern geprägten Charme durch maßstabslose Betonbunker. Die größten stehen direkt im Luv vor dem einzigen kitebaren Strand der näheren Umgebung. Die Hügel bremsen den hier typischen kalten Südwind aus den Fjorden Patagoniens. Die Bunker töten ihn endgültig. Keine Chance, hier zu kiten. (mehr …)

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Pucon

2912
2017
Fr
23:37
Tag
3857
423 views

Die knapp 1.000 km lange Reise von Pichilemu zurück über Santiago und runter nach Pucon an die Grenze von Patagonien stockt etwas. Turbus verschmeisst mein am Vortag gekauftes Onlineticket. Zwei Stunden laufen und in der Zentrale beschweren bringt nichts. Ich muss ein neues Ticket kaufen und nach neun Stunden den letzten Nachtbus nehmen. Zumindest hat so ein Freund aus Pichilemu genug Zeit, meine vergessenen Neoboots nach Santiago zu bringen. Danke!

Die Nacht frisst Kilometer. Am Morgen wache ich in einer anderen Welt auf. Alles ist grün, jeder Baum im Nebelwald wenigstens 100 Jahre alt und die Schafe schauen ob saftigem Gras so fett aus, als würden sie jede Sekunde platzen. (mehr …)

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Happy Hippie Surf @ Pichilemu

2712
2017
Mi
18:59
Tag
3855
457 views

Pichilemu ist ein kreativer Surfer Hotspot drei Stunden südlich von Santiago. Die Wachstumsphasen der einzigartigen Holzhäuser erkennt man an ihren Jahresringen. Das wunderbare Sirena Insolente Hostel ist voller guter Menschen, jeden Abend gibt es ein Lagerfeuer unter Sternenhimmel, und Weinachten schreibt man hier sowas von ohne h.

Ich schreibe gegen das verlieren. Madrid grinste erst mich an, aber wurde im Laufe des Abends doch von Lukes Macht überzeugt. Es ist gut wie es ist, aber ich weiss auch, dass ich vieles durch meine hohe Reisegeschwindigkeit verliere. Zur Abreise pfeife ich „City of New Orleans“. Das Hostel schläft noch. (mehr …)

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km 9.961: Santiago de Chile

2412
2017
So
12:34
Tag
3852
445 views

Der Diebstahl ereignete sich am perfekten Ort. Die Deutsche Botschaft in Santiago de Chile ist nur gut zwei Busstunden entfernt. Sie erklärt sich bereit, meine Führerscheinkopie abzustempeln. Nach Weihnachten. Die Polizei gibt mir drei unterhaltsame Spanisch-Lehrstunden, dann habe ich meine zehn Zeilen Diebstahlreport.

  1. Das Landay Hostel im B’n’B Stil liegt zentral und ruhig im hochherrschaftlichen Haus der alten Chilenischen Dichterin Iris. Super liebes Personal und viel guter Wein runden jeden Abend in den ehrwürdigen Gemäuern ab. Dicke Empfehlung! (mehr …)
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Los Vilos & Valparaiso

2112
2017
Do
23:02
Tag
3849
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Der mittlerweile auch komplett online verfügbare geniale World Kite And Windsurfing Guide ruft das gemütlich kleine Los Vilos als den windigsten pazifischen Kitespot Chiles aus. Vor dem langen flachen Sandstrand brechen zwei Meter Wellen in mächtigen Barrels schön und in guten Abständen.

Nur der Wind fehlt. Aber das ist nicht wichtig. Ich arbeite noch geplättet vom Embalse Puclaro zwei Tage lang liegend beim lieben Couchsurfing Host und Zahnarzt Cristian. Los Vilos wurde schwer getroffen von einem Fischsterben, ausgelöst durch Minen in den nahen Bergen. Viele Einwohner kämpfen in Spielcasinos gegen das Überleben – oder stehen rauchend davor und betteln. Der Rest trinkt sich einfach still im Park liegend zutode. (mehr …)

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Embalse Puclaro & Vicuña

1912
2017
Di
11:16
Tag
3847
630 views

Das nächste Ziel liegt gut 1.400 km und fast 24 h Nachtbus südlich der Atacama Wüste. Im kühlen La Serena am Pazifik hängen die Nebelschwaden tiefer als unter der Golden Gate in San Francisco. Dahinter steigt das trocken-heisse Valle de Elqui bis zur Argentinischen Grenze auf fast 4.800 m an. Beides zusammen ergibt den Raketenmotor für Chiles Starkwindspot Nummer Eins.

Der Embalse Puclaro ist ein kleiner Stausee im weinberankten Tal 50 km hinter La Serena. Der Wind is thermisch und weht an gigantischen 300 Nachmittagen im Jahr mit im Schnitt 25 bis 30 Knoten. Hidden Lines war hier zu Gast. Vicuña ist das nahe 2.500 Einwohner zählende quirlige letzte Zentrum vor der 170 km entfernten Argentinischen Grenze. (mehr …)

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km 7.557: Lost @ Atacama Desert

1312
2017
Mi
21:32
Tag
3841
414 views

Der Bus rast ganze zwei Höhenkilometer aus dem Hochgebirge der Anden runter. Auf der 40 km langen Abfahrt über die sanften Flanken des Vulkans Licancabur lasse ich die Hosen runter und wackel der Höhenkrankheit mit blankem Hintern ins Gesicht. Alles wird anders! Die Chilenen kotzt das Hochgebirge dermaßen an, daß sie die Grenzkontrolle 40 km hinter selbige verlegt haben, direkt an den Eingang von San Pedro de Atacama.

Dicke Luft ist toll! Hunde, die nicht wie Resident Evil ausschauen – oder agieren! Sonne, Hitze, und dazu kein Regen – das gab’s wochenlang nicht! Stühle, die den Namen verdienen. Toiletten mit Klopapier! Auf Rollen! Besteck aus Edelstahl statt Stanzblech, und Porzellan statt Plastik. Gewürze! Guter Wein! Sogar der Dreck ist sauberer in Chile. Elend adé! Kultur olé! (mehr …)

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Salar de Uyuni

1212
2017
Di
18:41
Tag
3840
478 views

Uyuni ist der staubige 18.000 Einwohner zählende letzte Grenzposten vor der 12.000 km² großen Salzwüste Salar de Uyuni. Wir kommen nach Mitternacht an. Bis zum Morgen reisen ständig Leute aus dem Dorm ab oder fallen tot ins Bett.

Tags darauf warte ich vergeblich auf einen im Wind treibenden Dornbusch zwischen zwei Duellanten. Mit Reisefreund Francesco greife ich mir super past minute die letzten freien Plätze in einem der über 50 jeden Tag in den Salar de Uyuni aufbrechenden Jeeps. (mehr …)

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